Mehr Milch selber verarbeiten

Utzenstorf

Die Käserei­genossenschaft Landshut stellte lange Zeit nur Emmentaler Käse her. Doch mittlerweile spielen auch Spezialitäten im Sortiment eine wichtige Rolle. Um diesen Bereich zu stärken, wurde die Produktion vergrössert.

Betriebsleiter Adrian Schütz und Genossenschaftspräsident Simon Thomann (rechts) sind überzeugt von ihrer Milch und den daraus entstehenden Produkten. Deshalb hat die Käserei Utzenstorf ausgebaut.

Betriebsleiter Adrian Schütz und Genossenschaftspräsident Simon Thomann (rechts) sind überzeugt von ihrer Milch und den daraus entstehenden Produkten. Deshalb hat die Käserei Utzenstorf ausgebaut.

(Bild: Thomas Peter)

Tobias Granwehr

Die Käserei in Utzenstorf produziert Emmentaler. Schon seit Jahrzehnten – so wie viele andere Käsereien in der Region auch. Doch die Herstellung des berühmtesten Schweizer Käses ist in der Vergangenheit stark unter Druck geraten. Die Produktion wird mittlerweile von der Sortenorganisation eingeschränkt. Das hatte vor einigen Jahren auch Folgen für die ­Käsereigenos­senschaft Landshut. Sie ist Betreiberin der Utzenstorfer Käsi.

Ungefähr die Hälfte der 3,4 Millionen Kilogramm Milch, welche vierzehn Bauernbetriebe aus Bätterkinden und Utzenstorf der Käserei jährlich liefern, kann zu Emmentaler verarbeitet werden. Deshalb begann die Käserei, auch anderen Käse herzustellen. Zum Beispiel den Landshut, einen eigenen Hartkäse. Auch Raclettekäse und sogenannte Landshut-Mutschli in verschiedenen Geschmacksrichtungen sowie ein Weissschimmelkäse gehören zum Sortiment.

Einen besseren Preis erzielen

Trotz solcher Spezialitäten: Die Käsereigenossenschaft Landshut verkauft immer noch etwa 1,5 Millionen Kilogramm ihrer Milch an die Handelsorganisation Aare Milch AG. «Doch damit erzielen wir nicht die gleiche Wertschöpfung, wie wenn wir die Milch hier selber verarbeiten würden», erklärt Simon Thomann. Er ist einer von siebzehn Genossenschaftern und deren Präsident.

«Wir sind unternehmerisch ge­fordert.»Simon Thomann, Präsident Käsereigenos­senschaft Landshut

Das Ziel sei deshalb, künftig mehr Milch in der Käsi selbst zu verwerten als bisher. «Damit würden wir einen besseren Preis erzielen, als wenn wir sie der Handelsorganisation verkaufen», sagt Thomann, der in der Ey in Utzenstorf einen Landwirtschaftsbetrieb führt.

Ein neuer Käsefertiger

Damit die Käserei in Zukunft noch bessere Produktionsbedingungen hat, entschied sich die Genossenschaft dieses Jahr, in die Infrastruktur zu investieren. Zwei Tanks, die in einer Ecke der Käserei eingemauert waren, konnten nicht mehr geflickt werden. «Deshalb haben wir sie her­ausgerissen», erklärt Thomann. «So haben wir Platz geschaffen für einen neuen Käsefertiger und eine neue Reinigungsanlage.» Letztere ist hochkomplex und sorgt dafür, dass die hygienischen Standards in der gesamten Käserei jederzeit eingehalten werden. «Auch die Milchannahme ist zum Beispiel an dieses Reinigungs­system angehängt», sagt der Präsident.

Auch das Lager erweitert

Drei Käser und ein Lehrling sind bei der Genossenschaft angestellt. Betriebsleiter Adrian Schütz und seine Frau betreiben zudem den dazugehörenden Laden auf eigene Rechnung. Laut Thomann sind mit der ausgebauten Käserei und dem Personal die Möglichkeiten vorhanden, mehr zu produzieren. «Wir glauben daran, dass unsere Produkte langfristig gefragt sein werden. Die Regionalität ist in den letzten Jahren wieder im Aufwind», sagt er überzeugt.

Die Genossenschaft hat etwa 400 000 Franken in den Ausbau der Käsi investiert. Nicht nur die Produktion wurde aufgewertet, sondern auch das Lager erweitert. Konnten früher bloss Emmentaler gelagert werden, ist nun genügend Platz vorhanden für die Spezialitäten. Jetzt muss nur noch ein kleiner Teil des Käses auswärts gelagert werden.

Neue Absatzkanäle finden

Der Ende November abgeschlossene Ausbau ermögliche eine effizientere Produktion. Nun geht es darum, die Nachfrage nach dem Utzenstorfer Käse zu steigern. Denn letztlich ist auch Thomann und seinen Genossenschaftskollegen klar: «Damit wir mehr produzieren können, müssen wir unseren Käse besser vermarkten. Da sind wir unternehmerisch gefordert.»

Bereits ist die Genossenschaft auf der Suche nach neuen Absatzkanälen für ihre Käse- und Milchprodukte. Dabei kann sich Thomann vorstellen, auch die Grossverteiler anzufragen, ob sie den Utzenstorfer Käse ins Sortiment aufnehmen. «Klar ist das nicht einfach, aber wir müssen es probieren.»

Berner Zeitung

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