Langnau

Mehr als bloss ein Bremsklotz?

LangnauDas halbe Parlament unterzeichnete letztes Jahr eine Motion von Peter Lehmann (BDP). Er will die Ausnützungsziffer vorzeitig aufheben. Doch der Gemeinderat winkt ab.

Wie viele Auflagen soll der Wohnungsbau in Langnau haben?

Wie viele Auflagen soll der Wohnungsbau in Langnau haben? Bild: Thomas Peter

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Er schreibt von einem «Bremsklotz». Und davon, dass die ­Bautätigkeit deswegen «unnötig künstlich gedrosselt» werde. Ginge es nach dem Langnauer Parlamentarier Peter Lehmann (BDP), würde die Gemeinde die Ausnützungsziffer im Baureglement sofort aufheben. Die Ziffer besagt, wie viele und wie grosse Geschosse auf einer bestimmten Landfläche gebaut werden dürfen. 2020 werde diese Einschränkung landesweit sowieso aus dem Baugesetz gestrichen, begründet der Parlamentarier seinen Vorstoss. Das sei vernünftig und längst fällig, denn mit dem Wunsch nach verdichtetem Bauen vertrage sie sich nicht mehr.

Grosse Unterstützung

Lehmann arbeitet als Geschäftsführer der Genossenschaft für leistungsorientiertes Bauen der Region Emmental. Dort stellt er fest, dass Bauwillige ihre Vorhaben auf die lange Bank schieben, «da ab dem Jahr 2020 eine bessere beziehungsweise wirtschaft­lichere Ausnützung der Bauten möglich sein wird». Doch er ist mit seinem Begehren nicht allein, im Gegenteil: Peter Lehmanns Motion, die an der letzten Sitzung der abgelaufenen Legislatur ­eingereicht wurde, haben 20 Mitglieder des damaligen Grossen Gemeinderates (GGR) mitunterzeichnet.

Ruf zur Vorsicht

Am 19. März wird das Parlament über das Begehren befinden. Der Gemeinderat hofft auf ein Nein. Für ihn «greift eine isolierte Aufhebung der Ausnützungsziffer zu kurz», wie er in der schriftlichen Antwort schreibt. Innere Verdichtung bedeute nicht, dass möglichst viel Geschossfläche auf kleinem Raum verbaut werden solle. Vielmehr erfordere sie «eine sorgfältige Planung von ­Gebäuden und Aussenräumen», denn es gelte, die Wohn- und Siedlungsqualität zu erhöhen. ­Allein mit der Aufhebung der Ausnützungsziffer werde dem «in keiner Weise» Rechnung getragen. Der Gemeinderat plädiert deshalb dafür, im Zusammenhang mit der anstehenden Ortsplanungsrevision zuerst «die entsprechenden Formulierungen zu erarbeiten».

An der gleichen Sitzung, an der die Motion eingereicht wurde, hat das Parlament im Dezember 2017 einem Kredit von 240 000 Franken für die Revision der Ortsplanung zugestimmt. Dabei will die Gemeinde ihre Regelwerke übergeordnetem Gesetz anpassen. Die Ausnützungsziffer hat also auch in Langnau ohnehin bald ausgedient. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.03.2018, 07:53 Uhr

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