Zollbrück

Lehrer sollen mehr Mut beweisen

Zollbrück Vier Podiumsteilnehmer machten sich in Zollbrück Gedanken zur Zukunft der Schule. Die Digitalisierung nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.

Die Podiumsteilnehmer: SVP- Nationalrat Erich Hess, Daniel Gebauer, Schulleiter Lauperswil, Milo Gasser, Geschäftsführer Asic Robotics, und Christian Dietz, Dozent an der Pädagogische Hochschule Bern (v. l.).

Die Podiumsteilnehmer: SVP- Nationalrat Erich Hess, Daniel Gebauer, Schulleiter Lauperswil, Milo Gasser, Geschäftsführer Asic Robotics, und Christian Dietz, Dozent an der Pädagogische Hochschule Bern (v. l.). Bild: Daniel Fuchs

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Interesse wecken, Angst nehmen und aufklären: Diese Anforderungen muss ein Lehrer gegenüber seinen Schülern erfüllen. Zudem solle er eine Vorbildrolle übernehmen, sagt Daniel Gebauer, Schulleiter von Lauperswil.

Bereits während des Praktikums müssten die angehenden Lehrerinnen und Lehrer zeigen, dass sie die Kompetenzen dazu hätten. Wie wichtig Motivation ist, weiss Milo Gasser, Geschäftsführer Asics Robotics in Burgdorf, aus Erfahrung.

Die Schule habe für ihn viel mit «Interesse wecken» zu tun gehabt. Er sei von Lehrern unterrichtet worden, die das beherrscht hätten. «Und darum ging ich gerne zur Schule.»

Gefahren im Internet

Gasser und Gebauer gehörten zu den Teilnehmern einer Podiumsdiskussion in Zollbrück zum Thema «Wie sieht die Schule der Zukunft aus?». Ein Anlass der Schulen Lauperswil, Rüderswil und Zollbrück.

«Die Hürde für das Gymnasium und die Universität muss höher gelegt ­werden.»Erich Hess, Nationalrat und Unternehmer

Seit Sommer wird hier vom Kindergarten bis in die siebte Klasse nach dem Lehrplan 21 unterrichtet. Dazu gehört auch das Modul Medien und Informatik. Die Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur den Einsatz mit digitalen Hilfsmitteln, sondern auch die Regeln, das Werteverhalten und welche Gefahren im Internet lauern.

Eine Frau aus dem Publikum stellte die Frage, wie Eltern ihre Kinder in der digitalen Welt unterstützen könnten. «Indem sie Interesse zeigen, ihre Kinder auf die Gefahren hinweisen und, ganz wichtig: als Eltern keine Berührungsängste haben», sagte Daniel Gebauer, der nicht nur aus der Erfahrung als Lehrer, sondern auch als Vater berichtete.

Die gleiche Meinung vertrat auch Christian Dietz, der dritte Podiumsteilnehmer. Er ermunterte die Eltern, gelegentlich mit den Sprösslingen ein Computergame zu spielen.

Der Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Bern weiss, dass teilweise auch Lehrer gewisse Ängste gegenüber der Digitalisierung in der Schulstube hegen. «Kollaborative Zusammenarbeit ist wichtig.» Will heissen: Die Lehrer sollen sich mit ihren Berufskollegen ausstauchen.

Der vierte im Bunde war Nationalrat Erich Hess (SVP). Er absolvierte in Lauperswil seine Schulzeit. Der Politiker wünscht sich für die Zukunft der Schule «weniger Akademisierung».

Erreicht werden könne dies, indem die Hürde für das Gymnasium sowie die Universität höher gelegt werde. Gebauer findet, dass die Schule schon heute vieles richtig mache. Er sieht sie als Bildungsort, wo das Lernen im Zentrum steht. Und er sieht sie in der Zukunft als Ganztagesinstitution.

Eine couragierte und kreative Schule wünscht sich Gasser. «Die Lehrer sollen individuell auf einzelne Klassen eingehen und den Mut aufbringen, ab und zu aus dem Lehrplan auszubrechen.» Für die Zukunft wünscht sich Dietz, dass nebst Französisch, Mathematik und Deutsch auch andere Fächer hervorgehoben werden.

«Dabei sollte das Gewicht nicht auf das Nivellieren, sondern auf die Stärke der Kinder gelegt werden.» Egal, ob dies Sport oder Werken sei.

Einblick in den Unterricht

Am Ende des Podiums wollte eine Anwesende wissen, warum nicht wie im Vorfeld angekündigt Eva Jaisli, CEO PB Swisstool, teilgenommen habe. «Sie musste kurzfristig eine Geschäftsreise antreten und aus diesem Grund absagen», so Daniel Gebauer.

Am Mittwoch stand nicht nur das Podiumsgespräch auf dem Programm. Am Vormittag konnten Eltern in den Schulhäusern der Gemeinden Rüderswil und Lauperswil mitverfolgen, wie während der Schulstunde die digitalen Hilfsmittel eingesetzt wurden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.09.2018, 18:31 Uhr

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