Landbank sagt Datenklau den Kampf an

Als erstes Schweizer Geldinstitut bietet die Bernerlandbank eine Schutzfolie für Geldkarten an. So sollen ihre Kunden lückenlos vor Datenklau und Betrug geschützt werden.

Zufrieden: Marketingverantwortliche Regula Oppliger und Bernerlandbank-Chef Peter Ritter mit der Schutzfolie.

Zufrieden: Marketingverantwortliche Regula Oppliger und Bernerlandbank-Chef Peter Ritter mit der Schutzfolie.

(Bild: Thomas Peter)

Philippe Müller

Kontaktloses Zahlen ist in aller Munde. Im Parkhaus einfach kurz das Portemonnaie zum Kassenautomaten strecken, und schon ist das Ticket bezahlt. Oder bei den Grossverteilern schnell das Zmittag kaufen, ohne die Karte zücken oder den PIN-Code eingeben zu müssen.

Möglich macht dies die sogenannte Near Field Communication (NFC). In einem Chip auf der Kredit- oder Maestrokarte sind die Daten des Besitzers gespeichert. Diese kontaktlosen Zahlungen sind in der Schweiz derzeit auf 40 Franken pro Transaktion begrenzt. Laut der Schweizerischen Nationalbank sind hierzulande mehr als 5 Millionen dieser NFC-fähigen Karten im Umlauf.

Peter Ritter ist von der NFC-Technologie begeistert. «Das ist sehr praktisch», sagt der Chef der Bernerlandbank, die im Emmental und im Oberaargau tätig ist. Er hält die Technologie grundsätzlich für sicher. Aber: «Eine hundertprozentige Garantie, dass die Kartendaten nicht missbräuchlich verwendet werden, hat man nicht.»

Deshalb reagierte Ritter schnell, als er vor einigen Monaten auf Umwegen von einem Start-up erfuhr, das sich dem Schutz der Bankkarten verschrieben hat. Die Firma heisst B-Safer und sitzt in Kloten. «Ich habe den Geschäftsführer kontaktiert und ihm gesagt, dass mich sein Produkt interessiert.»

Gefahr auf der Rolltreppe

Mit «dem Produkt» meint Peter Ritter eine Schutzfolie, die ins Portemonnaie gelegt wird. Sie ist mit einer Spezialbeschichtung versehen und unterbindet die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger, also zwischen Bezahlterminal (oder Angreifer) und Karte.

Die Folie gibt es in zwei Grössen: Im Format einer Kreditkarte oder einer Banknote. In welchen Situationen die Folie ihre Wirkung entfalten könnte, schreibt B-Safer auf einem Merkblatt.

So funktionierts: Die Folie wird hinter und vor die Bankkarte geschoben und soll so vor Angriffen schützen. Bild: Thomas Peter

Genannt wird etwa das Rolltreppenbeispiel: Ein Mann merkt nicht, wie sich hinter ihm ein Fremder mit einem NFC-fähigen Gerät – etwa einem Smartphone mit spezieller App – bis auf wenige Zentimeter nähert und ihm so seine Kartendaten stiehlt. Diese Daten könnte er später für Interneteinkäufe nutzen.

Der Stolz des Pioniers

«Diese letzten Zentimeter wollten wir schützen», sagt Peter Ritter. Deshalb ist die Bernerlandbank mit dem Zürcher Start-up als erstes Finanzinstitut der Schweiz ins Geschäft gekommen.

Seit wenigen Tagen bietet sie ihren Kunden die Schutzfolie zum Preis von 10 Franken an. 2000 Stück wurden bestellt. Den Stolz darüber, dass die Bernerlandbank als erste auf diesen Zug aufgesprungen ist, kann und will Ritter nicht ganz verbergen. «Wir zeigen damit, dass wir auf der ­Höhe des Geschehens sind.»

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