Land auf Reserve rund um die Schule

Kirchberg

Drei Liegenschaften für 2,8 Millionen Franken will die Gemeinde kaufen. Der Verwendungszweck führt zu Diskussionen.

Drei Parzellen inklusive Gebäuden möchte Kirchberg kaufen, um sich Platz für eine Erweiterung der Schulanlage zu sichern.

Drei Parzellen inklusive Gebäuden möchte Kirchberg kaufen, um sich Platz für eine Erweiterung der Schulanlage zu sichern.

(Bild: Thomas Peter)

Die Schulraumknappheit in Kirchberg ist bekannt. Die Situation verschärfte sich durch die Übernahme der Oberstufenklassen der umliegenden Gemeinden. Der Gemeinderat fasst daher Landreserven in unmittelbarer Nähe ins Auge.

Fündig wurde er auf der Nordseite des Schulhauses, wo drei teils überbaute Parzellen zum Verkauf stehen. Die Grundstücke zwischen Reinhardweg und Hintergasse sind gut 3000 Quadratmeter gross.

Am 23. September soll die Kirchberger Bevölkerung über den Erwerb dieser Grundstücke und den Verpflichtungskredit in Höhe von rund 2,8 Millionen Franken abstimmen. Im Vorfeld lud die Gemeinde zum Infoanlass. Der Saalbau war am Montagabend trotz sommerlicher Hitze sehr gut besetzt.

Keine konkreten Projekte

Gemeinderatspräsidentin Marianne Nyffenegger sagte es unmissverständlich. Weil keine Landreserven mehr rund um das Schulhaus vorhanden seien, sei dieser Landerwerb «ein wahrer Glücksfall».

Sowohl für Kindergarten- wie auch für Schulklassen und Tagesschulplätze würden künftig rund 700 Quadratmeter zusätzlicher Schulraum nötig. Für die vier IBEM-Klassen – Integration und besondere Massnahmen – müsste ferner ein neuer Standort gefunden und gebaut werden. Darüber hinaus sei der Sanierungsbedarf fast bei allen sechs Schulgebäuden hoch, stammten doch einzelne noch aus den Kriegsjahren.

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision sei vor drei Jahren die Grundeigentümerschaft der Parzellen kontaktiert worden. Allerdings könnten konkrete Projekte für das Areal noch nicht vorgelegt werden. Die Belange der Schule stünden aber im Vordergrund. Auch soll mit einer Zentrumsplanung im Nachgang der Ortsplanungsrevision eine Entwicklung und Belebung des Dorfzentrums angestrebt werden, so Nyffen­egger.

Fokus auf Zentrum

Diese Fokussierung auf die Schule regte unter den Anwesenden die Diskussion an. In erster Linie müsse die Zentrumsentwicklung angegangen werden, hiess es. Die Gewichtung müsse breiter abgestützt sein.

«Wir wollen kein Stückwerk mehr», sagte ein Votant. Unterschiedliche Optionen würden zurzeit geprüft, so die gemeinderätliche Antwort. Platzmässig sei das Schulraumangebot unterhalb der kantonalen Empfehlungen.

Architekt Peter Hügli plädierte für eine Lösung à la Von-Roll-Hochschulcampus Bern. Zumal auf dem Schulhausareal genügend Platz vorhanden sei für ­zusätzliche Baukörper ohne die neuen Parzellen. Diese könnten gewinnbringend genutzt werden.

Wird das Projekt an der Urne abgelehnt, würden die Liegenschaftsbesitzer mit 30 000 Franken entschädigt, so Nyffenegger auf eine entsprechende Frage. Und: Der Kaufpreis sei um gut 200 000 Franken unter dem ­geschätzten Verkehrswert an­gepasst worden. Der Kauf könne aus eigenen Mittel getätigt ­werden.

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