Künftig ohne FDP und BDP

Signau

Die Wahlen in Signau sorgten für zwei grosse Überraschungen: BDP-Gemeinderätin Christine Aeschlimann wurde abgewählt, und die SP zieht mit zwei Personen in den Rat ein.

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Vorbei die Zeiten, da in Signau alle Ortsparteien gemeinsam am Karren zogen. Bis Ende Jahr ist die SVP noch mit drei Personen vertreten, BDP, FDP, SP und EVP mit je einer. Doch ab 2019 verfügt die SVP wieder über die absolute Mehrheit. Sie erkämpfte sich an diesem Wahlwochenende ihren vor vier Jahren verlorenen vierten Sitz zurück.

Dass dies auf Kosten der FDP passieren könnte, wurde im Vorfeld nicht ausgeschlossen. Denn die Freisinnigen konnten als einzige Partei nicht mit dem Bisherigenbonus rechnen. Trotz einem leichten Plus beim Wähleranteil schafften ihre Kandidatinnen den Sprung in den Rat nicht.

BDP stürzt ab

Auch die BDP wird künftig die Geschicke der Gemeinde nicht mehr mitbestimmen. Hatte sie vor vier Jahren noch einen Wähleranteil von 17,3 Prozent erreicht, betrug dieser nun nicht einmal mehr die Hälfte. Die BDP-Gemeinderätin Christine Aeschlimann wurde abgewählt. Damit hingegen hatte in Signau niemand gerechnet.

«Das ist ganz, ganz bitter für eine Person, die sich derart stark engagiert hat», sagte etwa SP-Präsident Peter Heiniger. «Das hat sicher nichts mit ihrer Arbeit zu tun», meinte auch SVP-Präsident Ueli Hofstetter. Beide zeigten sich von der Abwahl ebenso überrascht wie BDP-Präsident Hans Flückiger. Seine Partei habe zwar mit keinem allzu hohen Wähleranteil gerechnet, aber sie sei durchaus davon ausgegangen, dass Christine Aeschlimann wieder Einzug halten würde. Flückiger sagt: «Die Abwahl ist bitter für sie, sie hat für das Amt gelebt und viel Zeit investiert.»

SP jubelt

So bitter das Wahlergebnis für die BDP war, so überraschend positiv war es für die SP. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, den bisherigen Gemeinderats-Vizepräsidenten Arno Jutzi wieder in den Rat zu bringen. Ihr ist weit mehr als nur das gelungen: Sie steigerte ihren Wähleranteil auf über 20 Prozent und ergatterte gar einen zweiten Sitz. Somit wird nebst Jutzi auch der parteilose Lehrer Peter Stucki in den Gemeinderat einziehen. Unnötig zu erwähnen, dass SP-Präsident Peter Heiniger am Sonntagnachmittag voll der Freude war. Denn ihm sei nicht bekannt, dass die SP Signau schon einmal zwei Sitze innehatte im Gemeinderat.

Die EVP gewann bei den Wähleranteilen ebenfalls leicht dazu, der Bisherige Andreas Jutzi konnte seinen Sitz verteidigen.

Wer wird Präsident?

Das beste Wahlresultat aller Kandidierenden erzielte der Bisherige Paul Keller (815 Stimmen), gefolgt vom neuen Gemeinderat Hans Neuenschwander (593). Beide gehören der SVP an. Mit 570 Stimmen hat auch Arno Jutzi ein ansehnliches Resultat erzielt. «Das ist eine tipptoppe Ausgangslage», freute sich Peter Heiniger. Denn die SP wird mit Arno Jutzi in den Kampf ums Gemeindepräsidium ziehen.

Dieses Amt werden die Signauerinnen und Signauer an der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember besetzen. Noch ist offen, ob und mit wem die SVP antreten wird. «Wir werden noch einmal zusammensitzen und definitiv entscheiden», sagte Ueli Hofstetter nach Bekanntwerden der Wahlresultate.

Die diesjährigen Wahlen haben deutlich mehr Leute an die Urne gelockt als jene vor vier Jahren. Damals betrug die Stimmbeteiligung magere 31,8 Prozent, diesmal waren es 10 Prozent mehr.

Berner Zeitung

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