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Kritische Fragen zur Anstellung von pensioniertem Baumeister

Trotz Frühpensionierung arbeitet der ehemalige Leiter der Baudirektion, Peter Hänsenberger, im Mandat für die Stadt Burgdorf weiter. Das sticht die Bürgerlichen in die Nase. Der Gemeinderat sieht kein Problem.

Peter Peter Hänsenberger bis Ende 2018 Burgdorfer Baumeister.
Peter Peter Hänsenberger bis Ende 2018 Burgdorfer Baumeister.
Thomas Peter

Wenn es ums Planen und Bauen geht, so gibt es in Burgdorf kaum einen Zweiten, der sich in den Details so gut auskennt wie Peter Hänsenberger. Ende 2018 ist der langjährige Leiter der Baudirektion etwas vorzeitig in Pension gegangen.

Von diesem Wissen soll die Stadt noch ein Jahr profitieren können. Auf Wunsch von Präsident Stefan Berger (SP) arbeitet Hänsenberger deshalb auf Mandatsbasis im Stundenlohn weiter. Und dies, obwohl der neue Baudirektor Rudolf Holzer seine Stelle bereits angetreten hat. Für die Stadtratsparteien BDP, SVP, EDU, FDP und GLP war die Weiterbeschäftigung Grund genug, eine dringliche überparteiliche Interpellation einzureichen. Wissen wollen sie, ob diese Sinn macht und ob es dabei mit rechten Dingen zugegangen ist.

«Keine Probleme»

Zur Frage der fünf Fraktionen, welche bestehenden Probleme eine Weiterbeschäftigung vom Peter Hänsenberger rechtfertigen, antwortet Stadtpräsident Berger: keine. Denn einzelne von ihm betreute Projekte, wie etwa die Ausarbeitung der Überbauungsordnung Suttergut Nord und Uferweg sowie die Vorbereitungen für den Wettbewerb Campus Gsteig seien in der Abschlussphase.

Die Übergabe an Rudolf Holzer wäre zwar möglich, «aber sehr ineffizient gewesen und hätte zu Verzögerungen in den Projekten führen können», ist Berger überzeugt. Zudem könnten ohne das Engagement des früheren Baudirektors «zwei neue, dringende Projekte» nicht gestartet werden. Um welche Projekte es sich dabei handelt, sagt der Stadtpräsident jedoch nicht.

Ende 2019 ist Schluss

Hänsenberger sei nicht mehr fix bei der Stadt angestellt, ist in der Interpellationsantwort zu lesen, sondern im Mandatsverhältnis. Der Beschäftigungsgrad dürfe jedoch 20 Prozent nicht übersteigen. Weil die Anstellung bis maximal zum 31. Dezember 2019 befristet ist, entstehen der Stadt – bei einem Stundenlohn von 112.70 Franken (abzüglich AHV, IV und EO) – maximale Mehrkosten von gut 45'000 Franken.

In einem Interview mit dieser Zeitung hatte Hänsenberger vor Monatsfrist gesagt, «wenn mir Rudolf Holzer und Stefan Berger signalisieren, dass bei diesen Projekten ein guter Übergang sichergestellt ist, werde ich mich zurückziehen».

Rotationsgewinn nutzen

Unter dem Strich soll sich sein Einsatz für Burgdorf auch finanziell lohnen. Dies, weil der neue Leiter der Baudirektion jünger ist als der bisherige und folglich einen tieferen Lohn hat. Mit dem aus der Differenz der beiden Löhne resultierenden sogenannten Rotationsgewinn könne das Pensum von maximal 20 Prozent finanziert werden.

Und weil für die Leitung der vorgenannten Projekte «nicht neue zusätzliche externe Ressourcen eingekauft werden müssen, können zusätzliche Kosten eingespart werden», rechnet der Gemeinderat den Vertretern der fünf Fraktionen vor. Deren Interpellation ist an der Stadtratssitzung vom 4. Februar traktandiert.

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