Zum Hauptinhalt springen

Kirchberger nehmen die Nachbarn auf

Auf Anfang 2019 werden die Aufgaben des Sozialdienstes Rüdtligen-Alchenflüh von Kirchberg übernommen. Die Stimmberechtigten der grossen Nachbargemeinde sagten klar Ja zur Fusion.

Die umliegenden Gemeinden können sich über den Entscheid der Kirchberger Stimmbürger freuen.
Die umliegenden Gemeinden können sich über den Entscheid der Kirchberger Stimmbürger freuen.
Thomas Peter

Unten im Saal wurden Nuss­schalen geknackt. Hie und da gab es einen Lacher oder einen Applaus. Das wars. Die Kirchberger Stimmbürger zeigten sich am Montagabend in friedlicher vorweihnächtlicher Stimmung. Wortmeldungen gab es an der Gemeindeversammlung keine. Am Ende war an manchen Tischen im Saalbau die Dekoration wegge­futtert. Weil aber nur 72 Stimmberechtigte (1,74 Prozent) kamen, blieben Erdnüsse, Mandarinen und Schöggeli an anderen übrig.

Dennoch war das Geschäft zur Fusion des regionalen Sozialdienstes Rüdtligen-Alchenflüh und Umgebung mit jenem in Kirchberg per 1. Januar 2019 eine wichtige Sache – zumindest für die neuen Partnergemeinden Aefligen, Kernenried, Lyssach, Rüdtligen-Alchenflüh und Rüti. Die dortigen Behörden haben das Verdikt aus Kirchberg, mit dem alles stehen oder fallen würde, mit Spannung erwartet: Ihr Verband hatte die Kirchberger für eine Zusammenarbeit angefragt. Kürzlich haben alle fünf betroffenen Gemeinden dem Anschluss an den Sozialdienst untere Emme in Kirchberg zugestimmt. Jetzt haben sie auch die Zusage des grossen Nachbarn und können aufatmen.

Damit gehören die turbulenten Zeiten bei der Sozialhilfe definitiv der Vergangenheit an – denn im letzten Jahr wurde festgestellt, dass auf der Geschäftsstelle in Alchenflüh vieles nicht zum Besten stand, im administrativen Bereich wurde fehlerhaft gearbeitet. Der Verbandsvorstand trennte sich im Sommer 2016 vom Stellenleiter und holte sich externe Hilfe. Die Lage beruhigte sich.

Künftig alles in Kirchberg

Die zuständige Kirchberger Gemeinderätin Käthi Oswald er­läuterte an der Versammlung die wichtigsten Punkte. Zu den Aufgaben des Sozialdienstes untere Emme, zu dem seit 2015 auch Bätterkinden, Utzenstorf, Wiler und Zielebach zählen, gehören unter anderem Dienstleistungen für die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, Pflegekinder­aufsicht, Alimentenbevorschussung, Beschäftigungs- und In­tegrationsangebote, individuelle Sozialhilfe oder Asylwesen. Diese bleiben auch nach der Über­nahme des Sozialdienstes Rüdtligen-Alchenflüh gleich.

Kirchberg führt den ab 2019 erweiterten ­Sozialdienst als Abteilung der Gemeindeverwaltung, für die Mitarbeiter gilt das dortige Personalrecht. Dies, weil Kirchberg Sitz­gemeinde wird. Nach der Pensionierung und dem Wegzug der Hauswartfamilie sei die 3½-Zimmer-Wohnung im zweiten Stock des Gemeindehauses frei ge­worden, sagte Oswald. Sie könne genutzt werden. Der Umbau sei im Herbst 2018 geplant. Der heutige Betriebsstandort in Alchenflüh werde aufgehoben.

Die Gemeinden müssen gemäss Planbudget nicht ausgleichsberechtigte Nettokosten von circa 238'800 Franken tragen. «Das ergibt bei etwa 20'050 Einwohnern, die in den Partnergemeinden wohnen, einen Beitrag von 11,91 Franken pro Person», rechnete Oswald vor. Da der Sozialdienst grösser werde, könnten bereits nächstes Jahr drei Bereichsleitungen aufgegleist werden, «was zu effizienteren Abläufen und Fallberatungen führt».

Im Jahr 2016 wurden 577 Fälle geführt. Die derzeit 1040 Stellenprozente sind auf siebzehn Mitarbeiter aufgeteilt. Nach der Erweiterung werden gut 870 Fälle erwartet, was circa 1650 Stellenprozenten entspricht. So könne die Ge­meinde auch in Zukunft selbstständig handeln, sagte Oswald.

Das Jahr der Umsetzung

Die Kirchberger Stimmberechtigten genehmigten den Zusammenschluss einstimmig. Der Anschlussvertrag kann abgeschlossen werden. Nun geht es an die Umsetzung. 2018 stehen Umbau und Umzug, der Datentransfer, das Sichten der Klientendossiers sowie die Auflösung des Ver­bandes an. Käthi Oswald geht davon aus, dass einige der bis­herigen Mitarbeiter des Sozialdienstes Rüdtligen-Alchenflüh in Kirchberg arbeiten werden. «Das wäre ein Vorteil, kennen sie doch die Fälle.» Sie müssen sich aber in Kirchberg neu bewerben.

«Wir sind froh, nun Gewissheit zu haben», sagte eine erleichterte Susanne Schär, Präsidentin des Gemeindeverbandes Sozialdienst Rüdtligen-Alchenflüh, nach der Abstimmung.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch