Kinder führen durch die Ausstellung

Lützelflüh

In der Kulturmühle in Lützelflüh erklärten für einmal nicht Erwachsene den Kindern Kunst, sondern umgekehrt. Schülerinnen und Schüler aus Goldbach präsentierten verschiedene Werke.

Originell und kreativ erklärten die Viert- und Fünftklässler dem Publikum, was auf den Bildern zu sehen ist.

Originell und kreativ erklärten die Viert- und Fünftklässler dem Publikum, was auf den Bildern zu sehen ist.

(Bild: Thomas Peter)

Gegen 16 Uhr versammelte sich in der Kulturmühle Lützelflüh ein bunt gemischtes Publikum. Zahlreiche Kinder, Eltern, Grosseltern, weitere Interessierte und drei der ausstellenden Künstler erwarteten gespannt die Vorträge der Schüler. «Vor etwa einem Monat besuchte ich die Viert- und Fünftklässler im Schulhaus», erklärte Alberto Gemperle.

Der Maler brachte Fotos von fertigen oder halbfertigen Arbeiten mit, anhand denen er den Schülern seinen Malprozess erläuterte. Interessiert seien sie gewesen, erinnerte er sich. Aber was dann im Laufe des Projekts entstanden sei, werde er erst in der Ausstellung erfahren.

Die Ideen sprudelten

Regina Gilgen ist Lehrerin in Goldbach und Mitglied des Vorstands der Kulturmühle. Ganz spontan habe sie vergangenes Jahr eingewilligt, mit ihren dreizehn Schülern am Projekt mitzumachen. «Was ist Kunst, und wie könnte man sie erklären?», sei die zentrale Frage gewesen. Neben Werkbetrachtungen berühmter Künstler hätten sie in den vergangenen Wochen auch Museen besucht oder im Klee-Zentrum praktische Tipps geholt.

Durch die Schulbesuche von Alberto Gemperle und Manuela Brügger hätten dann die Schüler Informationen zum Werdegang oder zum Hintergrund eines Werks erhalten. Anschliessend wählten die Schüler ein Werk aus, das sie an der Ausstellung präsentieren möchten. «Die Kinder sprudelten nur so vor Ideen», erinnerte sich Gilgen. Sie seien überhaupt sehr begeisterungsfähig und hätten durch wichtige Rückmeldungen einander auch immer neue Ideen vermittelt.

Geschichten und Details

Auf dem geführten Rundgang am vergangenen Samstag wurde dann die Kunst kreativ erklärt oder sogar mit allen Sinnen genossen. Beim «Flötenspieler» von Alberto Gemperle ertönte zum Beispiel ein vorgetragenes Flötenspiel, oder beim Werk «Stadt Solothurn» wurden die Anwesenden über Details zum Bild abgefragt. Das grüne «Kälbli» bekam eine eigene Geschichte, in der es in den Wald flüchtete, und der weisse Teppich von Florine Ott erzählte gerade selber, wie er entstanden war und künstlerisch bearbeitet wurde.

Daneben erfuhr das Publikum, dass Gemperle im Stil des Spontanrealismus male und nicht gerne Pinsel auswasche. Florine Ott zeichne am liebsten Menschen, signiere ihre Bilder aber stets auf der Rückseite. Und Manuela Brügger mache nicht nur Kunst, sondern vermittle diese auch. Zum Beispiel mit kleinen weissen Figürchen, die als «Begegnungen» angeordnet und an der Führung erraten werden mussten.

«Was seht ihr auf diesem Bild?», war nicht nur die Herausforderung bei den grossformatigen Fotos von Manuela Brügger, sondern auch bei den Bildern von Antoine Twerenbold. Das Publikum sah und erfuhr viel auf dieser Führung – und erlebte Kunst nah und spontan. Also auch eine Kunst, was die Schüler vollbrachten.

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