Kein Asylzentrum im Schloss Sumiswald

Sumiswald

Nach dem überraschenden Rückzieher des Forums muss die Gemeinde mit der Suche nach einer Zwischennutzung für das Schloss von vorne beginnen. Asylbewerber werden keine einziehen.

Offen ist nach wie vor, wer 2016 ins Schloss Sumiswald einzieht.

Offen ist nach wie vor, wer 2016 ins Schloss Sumiswald einzieht.

(Bild: Thomas Peter)

Ziehen am Ende doch Flüchtlinge in das Schloss Sumiswald ein? Diese Frage wurde letzte Woche plötzlich wieder aktuell. Denn eigentlich schien alles klar zu sein: Im Juni wurde an der Generalversammlung des Forums Sumiswald verkündet, das am Fusse des Schlosses gelegene Sport- und Seminarzentrum werde nächstes Jahr die historischen Räumlichkeiten nutzen.

Der Mietvertrag zwischen dem Zentrum und der Schlossbesitzerin, der Gemeinde Sumiswald, schien nur noch eine Formsache zu sein. Letzte Woche aber machte das Forum einen Rückzieher: Geschäftsleiterin Cornelia Schnell begründete den überraschenden Entscheid mit den schwierigen wirtschaftlichen Aussichten.

Nein, vielleicht doch, nein

Noch in diesem Frühling, bevor das Interesse des Forums publik wurde, hatte Gemeindepräsident Christian Waber ausgeschlossen, dass aus dem Schloss nach dem Auszug des Altersheims temporär ein Asylzentrum werden könnte. Er machte sicherheitstechnische und denkmalpflegerische Gründe geltend. Letzte Woche aber, nach der Absage des Forums, wurde die Option Asylheim plötzlich wieder aktuell. Jedenfalls sagte Waber gegenüber dieser Zeitung, dass derzeit ein Druck spürbar sei, das Schloss als Asylheim zu nutzen.

Doch nach der Sitzung des Gemeinderates vom Montagabend ist klar: Aus dem Schloss wird kein Asylzentrum. Nur: Weshalb eigentlich nicht? Weshalb sollen in einer Liegenschaft, die derzeit noch als Altersheim dient, nicht auch Flüchtlinge untergebracht werden können? «Das Schloss erfüllt die sicherheitstechnischen Anforderungen einfach nicht mehr», erklärt der Gemeindepräsident. Das sei schliesslich auch einer der Gründe, weshalb das Alterszentrum aus der historischen Liegenschaft ausziehen muss.

Zudem sei ein Flüchtlingszentrum nur eine sehr kurzfristige Lösung. Das mittelfristige Problem, wie das Schloss bis zur Einweihung des Musik- und Begegnungszentrums genutzt werden soll, werde dadurch nicht gelöst. «Natürlich würde ein Asylzentrum schnell Geld in die Gemeindekasse spülen.» Doch darum gehe es nicht, sagt Christian Waber. Die Gemeinde habe die Verantwortung, das Gebäude im Wert zu erhalten.

Private sollen einspringen

Zurück zum Start heisst es somit für Sumiswald. Die Suche nach neuen Schlossherren hat wieder begonnen. Laut dem Gemeindepräsidenten werde die Kommune in Kürze mit Inseraten nach Mietern suchen. Es gebe bereits wieder Interessenten, sagt der Gemeindepräsident. «Diese sind im Sport- und Freizeitbereich zu Hause.» Aber auch gastronomische Nutzungen sowie ein Bed and Breakfast stünden zur Diskussion.

Und was ist mit den Flüchtlingen? Für die habe es auch in anderen gemeindeeigenen Liegenschaften keinen Platz, teilen die Behörden mit. Man anerkenne aber den «Handlungsbedarf angesichts der prekären Situation». Deshalb werde man Private unterstützen, die Asylsuchende aufnehmen wollen.

Berner Zeitung

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