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Vorwürfe gegen Schützen-Kassier

Die Mitglieder der Stadtschützen erhielten kürzlich unangenehme Post von ihrem Präsidenten: Er informierte sie, dass ihr Kassier Geld unterschlagen habe – viel Geld: Von einem hohen fünfstelligen Betrag ist die Rede.

Die Stadtschützen Burgdorf, die unter anderem den Pistolenschiessstand Schützenmatte (im Bild) nutzen, stecken wegen ihres Kassiers in Schwierigkeiten.
Die Stadtschützen Burgdorf, die unter anderem den Pistolenschiessstand Schützenmatte (im Bild) nutzen, stecken wegen ihres Kassiers in Schwierigkeiten.
Olaf Nörrenberg

Rund ein Jahr ist es her, dass die jahrelange Veruntreuung von Geldern der Kulturmühle Lützelflüh durch den Kassier bekannt geworden ist. Und nun sorgt wieder ein Emmentaler Säckelmeister für einen Skandal.

Das Opfer: die Stadtschützen Burgdorf, die gemäss eigenen Angaben älteste Gesellschaft der Stadt. Präsident Daniel Wyss informierte die Mitglieder kürzlich in einem brisanten Brief über die «äusserst unangenehme Situation», in der sich die Institution derzeit befinde. Im Schreiben steht, der Kassier habe Geld entwendet. Von einem Betrag «im hohen fünfstelligen Bereich» ist die Rede, welcher der Kasse der Gesellschaft fehle.

Genaue Deliktsumme unklar

Wie und wann die Unterschlagungen des Kassiers ans Tageslicht kamen, ist noch offen. Der Vizepräsident der Stadtschützen, Martin Kolb, gibt darüber mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Auskunft. Vonseiten der Polizei war am Sonntag ebenfalls nichts zu erfahren.

Dem bereits erwähnten Schreiben ist aber zu entnehmen, dass die Stadtschützen erst seit kurzer Zeit von den Vorwürfen gegen ihren Kassier wissen. Präsident Daniel Wyss führt aus, er sei am 18.August von der Abteilung Wirtschaftsfahndung der Kantonspolizei darüber informiert worden, dass beim Kassier eine Hausdurchsuchung stattfinde. Zudem würden Dokumente und Computer beschlagnahmt. Gegen den Kassier werde wegen Unterschlagung und Geldwäscherei ermittelt.

Vorderhand sind in diesem Fall noch viele Fragen offen: Unklar sind zum Beispiel die genaue Schadenssumme und der Zeitraum, in dem sich der Kassier aus dem Vereinsvermögen bedient hat. Untersucht werde auch, so schreibt Schützenpräsident Wyss weiter, wie es dem Kassier gelungen sei, durch die Kassenrevisionen zu kommen.

Bei den Stadtschützen sitzt der Schock tief. Es sei eine grosse Konsternation vorhanden, sagt Vizepräsident Martin Kolb auf Anfrage. Er empfinde eine «gewisse Wut» gegenüber dem Kassier, «es ist unverständlich, was er gemacht hat». In seinem Brief sagt Präsident Daniel Wyss, er sei «persönlich sehr enttäuscht» und er habe «nicht im Traum an eine solche Möglichkeit gedacht».

Existenz nicht gefährdet

Den Stadtschützen ist – auch wenn die genaue Schadensumme noch offen ist – viel Geld genommen worden. Die vom Kassier verwalteten Konten seien praktisch leer, informiert Wyss die Mitglieder der Gesellschaft. Man habe nun «Abklärungen in Gang gesetzt, um die finanzielle Liquidität wieder herzustellen». Immerhin: «So wie es derzeit aussieht, sind die Stadtschützen in ihrer Existenz nicht gefährdet», erklärt Martin Kolb.

Die Stadtschützen haben auf die Krise mit diversen Massnahmen reagiert. Der Kassier ist von allen Funktionen enthoben worden. Ein Treuhandbüro wird nun die Buchhaltung prüfen. Zudem hat die Gesellschaft einen Rechtsanwalt beigezogen, um «die finanziellen Ansprüche gegenüber dem fehlbaren Kassier durchzusetzen», wie Daniel Wyss schreibt.

Angezeigt haben die Stadtschützen ihren Kassier jedoch nicht – noch nicht: «Das ist noch Gegenstand von Abklärungen», so Martin Kolb. Der Kassier der Stadtschützten war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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