Eine Wand als Schutz vor Bienen

Signau

Andreas und Ursula Lüthi sind seit einigen Jahren professionelle Imker. Nun ­haben sie ein Baugesuch eingereicht für eine Bretterwand. Sie soll die Tiere davon abhalten, auf das Nachbargrundstück zu fliegen.

Die Zucht von Jungvölkern ist ein wichtiges Standbein von Imker Andreas Lüthi. Nun will er seinen Betrieb im «Lichtgut» erweitern.

Die Zucht von Jungvölkern ist ein wichtiges Standbein von Imker Andreas Lüthi. Nun will er seinen Betrieb im «Lichtgut» erweitern.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Die Goldmelisse hat ihre roten Blüten entwickelt, gleich daneben steht die blaue Kugeldistel kurz vor der Blüte. Der Garten hinter der Halle für die Honigverarbeitung ist eine blühende Bienenweide. Die fleissigen Insekten freuts. Immer wieder schwärmen sie aus. Gleich mehrere Bienenkästen haben Andreas und Ursula Lüthi auf ihrem Areal an der Dorfstrasse in Signau aufgestellt. Dies ist indes nur ein kleiner Teil. Insgesamt 200 Bienenvölker pflegen die beiden Imker. «Seit zwei Jahren betreiben wir das Imkerhandwerk professionell», sagt Andreas Lüthi.

Die Bienenkästen stehen dabei nicht nur in Signau an der Dorfstrasse, sondern an etwa zehn verschiedenen Standorten von Muri bei Bern bis auf die Moosegg. «Oft werden wir dabei auch von Obstbauern angefragt», erklärt der ehemalige Landwirt und Baufachmann. Weil das Interesse für die Bienen in der Bevölkerung in den vergangenen Jahren gestiegen ist, geben Ursula und Andreas Lüthi ihr Wissen auch gerne weiter. «In Zukunft möchten wir ein weiteres Standbein schaffen und Kurse für kleine Gruppen verbunden mit einem Apéro anbieten», sagt der Imker.

Mit Blick auf die Bienen

Deshalb hat die Imkerei Lüthi derzeit ein Baugesuch am Laufen. Dieses beinhaltet das Aufstellen von maximal 40 Befruchtungskästen und zwölf Prüfvölker­magazinen an der Dorfstrasse 153 sowie eine Bewilligung für einen öffentlichen Gastgewerbebetrieb mit Alkoholausschank und das Erstellen einer Bretterwand. «Ausser dieser Wand gibt es keine baulichen Massnahmen», erklärt Andreas Lüthi.

Die Bretterwand kostet etwa 500 Franken und soll dazu beitragen, dass die Bienen das Nachbargrundstück meiden. «Die Gastgewerbebewilligung ist nötig, damit wir unseren Kursteilnehmern auch einen Apéro anbieten können», sagt er weiter. Letzterer soll dann jeweils kleinen Gruppen im Garten mit Blick auf Bienen und Blumen serviert werden. Die Akten zur Baupublikation können noch bis zum 15. August in der Gemeindeverwaltung Signau eingesehen werden.

Start mit zwei Völkern

Seit 1997 beschäftigt sich die Familie Lüthi in Signau mit dem Imkerhandwerk. «Gestartet haben wir mit zwei Bienenvölkern», erklärt Ursula Lüthi. Durch intensive Zucht sind es nun 200 Völker mit je bis zu 40'000 Bienen geworden. Zudem konnte die Familie im Jahr 2008 im «Lichtgut» eine Halle für das Verarbeiten von Honig realisieren. Nebst verschiedenen Honigarten stellen Lüthis auch Honigwein und Wachskerzen oder ganze Geschenksets her. Die Produkte werden über regionale Geschäfte, an Märkten oder über den Onlineshop vermarktet.

Der grosse Rückhalt der Imkerei ist indessen die Zucht von Jungvölkern und Königinnen. «Pro Jahr züchten wir etwa 300 Königinnen», erläutert Andreas Lüthi. Diese werden auch weiterverkauft. Nicht zuletzt deshalb bedeute die professionelle Imkerei akribische Pflegearbeit und gute Planung. Denn gesunde Bienen seien das Wichtigste. «Bislang hatten wir noch nie eine Bienenkrankheit», sagt der Profiimker und ergänzt: «Die Bienen bestimmen den Rhythmus unseres Lebens.»

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