Jetzt geht das Geld an die Schule

Koppigen/Willadingen

Die Gemeinden Koppigen und Willadingen verwalten Legate aus längst vergangenen Zeiten. Mit den ­Zinsen wurden ärmere Schüler unterstützt. Doch beides gibt es immer weniger.

Die Idee war, Kinder aus ärmeren Verhältnissen zu unterstützen, sodass sie ebenfalls an Schullagern oder sonstigen schulischen Aktivitäten teilnehmen konnten, auch wenn dafür das Geld fehlte. In Koppigen und Willadingen gibt es gleich mehrere Stiftungen mit diesem Zweck. Es handelt sich dabei um teilweise über ­100-jährige Legate, wie Koppigens Finanzverwalter Michel Jost erklärt. Beim Legat «Kilchenmann» heisst es zum Beispiel: «Das Kapital soll unangetastet bleiben, wogegen der Zins alljährlich für die Ferienver­sorgung armer Schulkinder der Gemeinde Koppigen verwendet werden soll.» Laut Jost konnten früher Eltern bei der mittlerweile aufgelösten Sozialhilfe- und Fürsorgekommission für ihre Kinder ein Gesuch stellen, um einen Zustupf für ein Lager zu erhalten.

Noch 2500 Franken

Doch die Zeiten haben sich ge­ändert. Einerseits werden heute kaum noch solche Gesuche gestellt. Andererseits sind die Vermögen dieser Stiftungen über die Jahre gesunken. Das Total der drei Legate in Willadingen belaufe sich auf gerade noch 2500 Franken, so Jost. In Koppigen seien es immerhin noch etwa 49'000 Franken. Doch die einzelnen Legate werfen in Zeiten von tiefen Zinsen kaum mehr etwas ab. So werde es immer schwieriger, den Zweckbestimmungen der Stiftungen nachzukommen, sagt er. Aufgelöst werden können die Legate aber aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nur in seltenen Fällen. Deshalb entschieden sich die beiden Gemeinden, die unselbstständigen Stiftungen zusammenzuführen und die Zwecke leicht anzupassen.

In Koppigen wurden also die Legate «Ferienversorgung Koppigen», «Kilchenmann» und «André Keller» zusammengelegt. Zudem lautet die Zweckbestimmung neu: «Der Zins soll der Schule Regio Koppigen für die Durchführung von Lagern und Projektwochen überwiesen werden.» Das kantonale Amt für ­Gemeinden und Raumordnung habe die Änderungen bereits bewilligt. Nun sei das Ganze zur Information der Bevölkerung noch im Amtsanzeiger publiziert worden, sagt Jost.

Später folgt die Auflösung

In Willadingen heissen die Legate «Hilfsfonds», «Affolter» sowie «Kilchenmann». «Da das Kapital aber kaum mehr Zinsen abwirft, wurde der Zweck so geändert, dass im Gegensatz zu Koppigen nicht nur der Zins an die Schule weitergegeben wird, sondern die gesamten Mittel der Legate», erklärt der Finanzverwalter. Wil­ladingens Gemeinderat müsse demnächst noch entscheiden, wie das Geld an die Schule weitergegeben werde: ob als gesamter Betrag oder in einzelnen Tranchen. Wenn die 2500 Franken dann aufgebraucht seien, würden die drei Legate aufgelöst, so Jost.

Mit den nun vorgenommenen Änderungen stellen die Gemeinden sicher, dass die Zuwendungen auch Jahrzehnte nach dem Ableben der Stifter verwendet werden können.

Berner Zeitung

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