Zum Hauptinhalt springen

Jäger helfen dem Wald auf die Beine

Freiwillige haben 1200 Jungbäume im Burgerwald Nassi gepflanzt. Nun ist nach siebzehn Jahren auch die letzte Sturmfläche nach dem Orkan ­Lothar aufgeforstet.

Schweisstreibende Pflanzaktion: Die Jungjäger forsten im Nassi-Wald auf.
Schweisstreibende Pflanzaktion: Die Jungjäger forsten im Nassi-Wald auf.
Olaf Nörrenberg

Es ist ziemlich frisch am Samstagmorgen in der Buechmatt am Eingang zu Burgdorf. Dennoch steht Gabriel Niederhauser aus Oberburg der Schweiss im Gesicht. Der Jungjäger in Ausbildung schlägt mit einer breiten Hacke ein Loch nach dem andern in den Boden.

Gabriel Niederhauser ist einer von dreissig Jungjägern und weiteren Mitgliedern des Jagd- und Wildschutzvereins Burgdorf, die dem Burgerwald Nassi auf die Beine helfen. Im Rahmen der letzten Aufforstungsetappe nach dem Orkan Lothar pflanzen sie siebzehn Jahre nach dem Sturm 1200 Jungbäume. «Damit können wir als angehende Jäger etwas für die Öffentlichkeit tun», sagt er und hackt das nächste Pflanzloch in den Waldboden.

50 Stunden Hege sind Pflicht

Gepflanzt werden Buchen, Lärchen, Föhren, Eichen und die Douglastanne oder nach deren nordamerikanischer Herkunft auch Oregon-Pinie genannt. «Weil sie trockenheitsverträglich ist, wird die Douglasie angesichts des Klimawandels gefördert», sagt Forstunternehmer Adrian Schär, der die Jägersleute beim Pflanzen anleitet. Sind die jungen Bäume gesetzt, werden sie mit einem Holzpfahl gestützt und mit einem perforierten Kunststoffrohr vor Wildschäden geschützt.

«Für die angehenden Jäger ist dies Teil der Jagdausbildung», erklärt Markus Brack, stellvertretender Hegeobmann des Jagd- und Wildschutzvereins Burgdorf. Wer nach einem oder zwei Jahren zur Jägerprüfung antreten will, muss 50 Hegestunden ausweisen. «Sonst wird er oder sie gar nicht zur Prüfung ­zugelassen», betont Markus Brack. Und dem Wald unter die Arme zu greifen, bedeute eben auch zu hegen.

Eine Frage des Geldes

Doch warum wird die rund eine Hektare grosse Fläche erst siebzehn Jahre nach dem Sturm Lothar aufgeforstet? «Ursprünglich war es das Ziel, die Fläche der Natur zu überlassen», erklärt Erich Bracher, Präsident der Burger­gemeinde Lyssach. Und weiter: «Weil auf der lichten Fläche vorab dornige Brombeergewächse wucherten, hatten natürlich gewachsene, junge Bäume aus der Natur keine Chance, sich zu entwickeln.»

Zudem sei es für die Lyssacher Burgergemeinde und deren 75 Mitglieder letztlich auch eine Frage der Kosten. Die Schäden, die der Sturm damals auf insgesamt über 5 Hektaren in den Wäldern der Burgergemeinde angerichtet hatte, konnten deshalb nurmehr Schritt für Schritt behoben werden. Zumal der Ertrag aus dem ordentlichen Holzschlag im Grossen und Ganzen eigentlich eine Nullrunde sei.

Engagement und Ersparnis

«Deshalb freut uns die Unterstützung durch die Jäger», sagt Erich Bracher. Wie der Präsident weiter erklärt, bedeute der Frondiensteinsatz der Jäger eine grosse Ersparnis. Dennoch wird die Burgergemeinde gegen 10'000 Franken in diese Aufforstung investieren. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Wald in der Buechmatt stark als Naherholungs­gebiet für verschiedenste Aktivitäten genutzt werde. «Der Wald jedenfalls ist uns etwas wert», betont Bracher. So schaut die Burgergemeinde Lyssach zu 53 Hektaren Wald total.

Nicht zuletzt sei die Aktion auch eine Investition für die nächsten Generationen. Die gepflanzten Eichen jedenfalls werden wohl weit mehr als hundert Jahre benötigen, bis sie im Wald zu kräftigen und stattlichen Bäumen herangewachsen sind.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch