Die Suche nach der nächsten Generation

Langnau

Vier Monate nach dem Tod von Bruno Heiniger steht das Langnauer Kellertheater vor grösseren Veränderungen. Klar scheint, dass die Kulturinstitution nur dann längerfristig eine Zukunft hat, wenn es gelingt, jüngere Leute zu finden, die mitanpacken.

Wo führt der Weg des Langnauer Kellertheaters hin? Präsident Heinz Baldinger hofft darauf, dass der aktuelle Vorstand bald die eine oder andere Aufgabe in jüngere Hände übergeben kann.

Wo führt der Weg des Langnauer Kellertheaters hin? Präsident Heinz Baldinger hofft darauf, dass der aktuelle Vorstand bald die eine oder andere Aufgabe in jüngere Hände übergeben kann.

(Bild: Thomas Peter)

An Silvester starb mit Bruno Heiniger die treibende Kraft des Kellertheaters in Langnau. Die Vorstellung vom 10. Januar wurde kurzerhand abgesagt, jedoch werden die weiteren Darbietungen gemäss Programm stattfinden. Wie genau es aber weitergeht, sei zurzeit noch unklar, wie der vorübergehende Theaterleiter Heinz Baldinger mitteilt. «Die Aufgaben, die Bruno hinterlassen hat, sind zahlreich und werden von allen und niemandem wahrgenommen», wie Baldinger erklärt.

«Wir haben es so gelöst, dass für jede geplante Vorstellung jemand anderes von uns fünf im Vorstand die Führung übernimmt, da wir alle ungefähr den gleichen Kenntnisstand haben.» Die Anstellung der Künstler sei ein gutes Beispiel, denn alle würden in dieser Hinsicht Vorschläge und Inputs beisteuern.

Hoffnung ruht auf den Jungen

Eine Dauerlösung sei die heutige Ad-hoc-Organisation allerdings nicht, wie Baldinger betont: «Unser längerfristiges Ziel ist eine Zusammenarbeit mit jungen, engagierten Leuten, die eine Plattform suchen. Sei das für Musik, Theater, Poetry-Slam oder etwas anderes.» Zudem sei durch den Theaterverein, der rund 300 Mitglieder zähle, die Möglichkeit vorhanden, einem jungen Künstler ein Sprungbrett zu liefern, da man finanziell abgesichert sei.

Baldinger geht gar so weit, dass ohne einen solchen Umschwung das Überleben des Kellertheaters in Gefahr ist. «Wir sind uns von Bruno einen bestimmten Stil gewohnt und müssen nun aus der Helferrolle heraus etwas Neues aufbauen.» Die Herausforderung sei jetzt vor allem, interessierten und fähigen Nachwuchs ausfindig zu machen und zu motivieren, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.

Ein «Bijou» mit 70 Plätzen

Es gibt aber auch noch Dinge im Kellertheater, die bleiben, wie sie waren. So wird die Betreuung der Künstler nach wie vor von Debora Schlagenhauf übernommen. «Das Persönliche machte das Kellertheater schon von jeher aus», so Baldinger. Das Kleintheater mit 70 Sitzplätzen verfügt dank dem Gewölbe des ehemaligen Kellerraums über eine hervorragende Akustik und wird von vielen Besuchern liebevoll als Bijou bezeichnet. Es wird nun an der nächsten Generation sein, dieses Bijou im Untergeschoss der Rudolf-Steiner-Schule neu zu beleben.

Berner Zeitung

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