Sumiswald

Immer noch zahlreiche Notabfischungen nötig

SumiswaldNur weil es aussieht, als wäre der Sommer vorbei, ist das Problem der Trockenheit nicht gelöst. Allein vorletzte Nacht mussten in der Grüne 400 Fische ge­rettet werden.

Der Fluss Grünen war 2003 sogar fast vollkommen ausgetrocknet.

Der Fluss Grünen war 2003 sogar fast vollkommen ausgetrocknet. Bild: Thomas Peter

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Andreas Lerch hat ein Fischereirecht für die obere Hälfte der Grüne innerhalb der Gemeinde Lützelflüh. Sein Gebiet reicht vom Dürrbach-Einlauf bis zur Grenze zu Sumiswald. Er sagt: «In der Grüne beginnt nun auch, was andernorts schon länger ein Problem ist.» Auch hier befinden sich die Fische in Not wegen tiefer Wasserstände. Am Wochenende und auch in der Nacht auf Dienstag war Lerch im Einsatz.

Rund 400 Fische, vor allem Groppen, hat er am Montag kurz vor Mitternacht aus einem Tümpel gerettet. Die Grüne sei von Ramsei bis weit hinauf ins «Gummli» quasi vollständig ausgetrocknet, sagt Lerch.

Tiefe Wasserstände

Die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern weiss um die prekäre Lage. Im Emmental ­seien bis Ende August 93 Ab­fischungen gemacht worden, sagt Mediensprecher Niklaus Bernhard. An verschiedenen Stellen im Emmental seien die Wasserstände derzeit immer noch sehr tief, sodass teilweise auch jetzt noch Notabfischungen vorgenommen werden müssten. «Die Situation wird sich teilweise weiter verschärfen, solange nicht grössere Regenmengen fallen», sagt Bernhard.

800 Arbeitsstunden

Die Trockenheit hat in vielen Gewässern im Kanton zu sehr tiefen Wasserständen bis hin zu vollständigen Abtrocknungen und zu hohen Wassertemperaturen geführt. Die Folge war laut Bernhard, dass über 115 Gewässer abgefischt werden mussten.

Insgesamt wurden auf einer Streckenlänge von rund 45 Kilometern ­sogenannte Notabfischungen durchgeführt. Dabei wurden über 20 000 Fische gerettet und umplatziert. Dieser Einsatz sei nur durch die Mithilfe zahlreicher Fischereivereine möglich gewesen. Freiwillige Helferinnen und Helfer und Fischereiauf­seher leisteten zusammen gegen 800 Arbeitsstunden. (mbu)

Erstellt: 11.09.2018, 19:48 Uhr

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