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Ihnen fehlt nur eines: Junge Männer

Sie haben sich dem leichten Theater verschrieben und fahren seit 25 Jahren gut damit: Die ­Theaterlüt vom Schache feiern Jubiläum.

Regisseur Klaus Jenni, Skelett Alfonso und Präsident Heinz Nessier (v. l.) sind bereit für die Premiere.
Regisseur Klaus Jenni, Skelett Alfonso und Präsident Heinz Nessier (v. l.) sind bereit für die Premiere.
Daniel Fuchs

Professor Doktor Egger ist arg zerstreut. Regelmässig verlegt er seine Brille, und eine wichtige Krankenakte will und will sich nicht mehr finden lassen. Als der gestresste Mediziner dann auch noch über einer Patientin, die eigentlich gar keine ist, zusammenbricht und mehrere Minuten in einigermassen peinlicher Pose auf ihr verharren muss, ist er nahe daran, in Pension zu gehen.

Heinz Nessier verkörpert den Professor im neusten Streich der Theaterlüt vom Schache (siehe Kasten). Zum Glück ist er im wirklichen Leben weit davon entfernt, zusammenzubrechen.

Nessier steht nämlich nicht nur auf der Bühne, er präsidiert die Theaterlüt. Und engagiert sich, wie jedes Mitglied der Truppe, sowohl vor als auch hinter den Kulissen. «Wir sind nur 16 Leute, da geht es gar nicht anders. Jede und jeder muss alles machen», sagt der ­Präsident.

Immer noch gleich viel

16 Frauen und Männer waren es auch, die sich im November 1992 im Restaurant Bahnhof in Utzenstorf einfanden, um die Theaterlüt vom Schache zu gründen. Im Jahr darauf brachten sie mit «Grotto Siesta» die erste Produktion als Verein auf die Bühne. Und jetzt, ein Vierteljahrhundert später, feiert man also das 25-Jahr-Jubiläum.

«In unserer Freizeit wollen wir Spass haben – und Freude weitergeben.»

Heinz Nessier

In beinahe jedem Jahr standen die Mitglieder seither auf der Bühne, ausser 1996 und 2010. Weil die Truppe aber bereits 1991, vor der Vereinsgründung, ein erstes Mal ein Theaterstück aufführte und 1997 gleich deren zwei, ist die heurige Produktion ebenfalls just die 25.

Heinz Nessier strahlt, wenn er von «seinen» Vereinsmitgliedern spricht. «Wir haben es gut zusammen», sagt er. So gut, dass es nicht einmal Misstöne gebe, wenn nicht alle auf die Bühne dürften, die das gerne möchten. Denn die Theaterlüt haben so etwas wie ein Luxusproblem: Meist bewerben sich mehr Freiwillige um eine Rolle als effektiv gebraucht werden.

Ein kleines Manko besteht aber trotzdem, wie Heinz Nessier und Regisseur Klaus Jenni übereinstimmend sagen: Es mangelt an jungen Männern. Sie sind offenbar ganz besonders schwer davon zu überzeugen, dass auswendig lernen, in eine Rolle schlüpfen und auftreten eine durchaus sinnvolle Freizeitbeschäftigung sein können. Wer letztlich eine Rolle bekommt, entscheidet übrigens der Regisseur. «Und dessen Wort gilt, da gibt es keine Diskussionen», sagt Heinz Nessier bestimmt.

Leichte Kost

Auch bei der Stückauswahl hat der Regisseur das letzte Wort. Vorarbeit leistet hier eine Kommission, die aus drei Vereinsmitgliedern besteht. «Jedes von ihnen liest drei bis vier Stücke», erklärt Nessier das Prozedere. Die beliebtesten aus dieser Auswahl gehen dann an den Regisseur, der – wie gesagt – entscheidet. «Bei der aktuellen Produktion war das aber gar nicht nötig», sagt Klaus Jenni.

Die Kommission war sich bereits einig, dass «Mit Verluscht muesch rächne» das passende Stück für das Jubiläumsjahr sei. «Was soll ich da noch sagen?», meint Jenni und lacht.

Leichte Kost war und ist die Welt der Theaterlüt vom Schache. «Sehen Sie», sagt Heinz Nessier, «im Alltag gibt es genug Dinge, die einem Sorgen bereiten. In der Freizeit wollen wir Spass haben – und Freude weitergeben.» Dieses Rezept funktioniert seit 25 Jahren. Und wohl noch ein paar mehr, denn von Ermüdungserscheinungen ist bei den Theaterlüt vom Schache nichts zu ­spüren.

Aufführungen Theaterlüt vom Schache, Restaurant Freischütz, Utzenstorf: Samstag, 21. April, 20 Uhr – Premiere. 25./28. April sowie 4./5. Mai, jeweils 20 Uhr; 29. April, 14 Uhr. Im Landgasthof Löwen, Heimiswil: 25. und 26. Mai, jeweils 20 Uhr. Infos und Vorverkauf:www.theaterluet-vom-schache.ch.

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