Burgdorf

Hürden für den Anbau

BurgdorfDas Museum Franz Gertsch soll erweitert werden. Schon in diesem Sommer war der Baustart geplant. Doch nun wird das Projekt wohl verzögert. Die Anwohner haben Einsprache erhoben.

Wo die Bäume stehen, soll das Gertsch-Museum erweitert werden. Links im Bild die Liegenschaft Platanenstrasse 2.

Wo die Bäume stehen, soll das Gertsch-Museum erweitert werden. Links im Bild die Liegenschaft Platanenstrasse 2. Bild: Olaf Nörrenberg

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Mehr Raum – das wollen die ­Verantwortlichen des Franz-Gertsch-Museums für die Kunst des Namensgebers realisieren. Denn der 87-jährige Künstler war auch in fortgeschrittenem Alter noch emsig. Er hat in den vergangenen Jahren viele neue Kunstwerke geschaffen und dem Museum vermacht. Und mit dem Neubau hat es die Willy-Michel-Stiftung, der das Museum gehört, eilig. Schon im Sommer sollte der Baustart erfolgen. Für den Frühling 2018 war die Eröffnung der neuen Räume geplant.

Die Mauer stört

Doch so schnell wird es nun wohl nicht gehen. Denn gegen das Baugesuch wurden drei Einsprachen eingereicht. Zu den Einsprechern gehören die Bewohner der Platanenstrasse 2. Sie wohnen schräg gegenüber des Platzes, auf dem der Neubau geplant ist. Anwalt Urs Eymann vertritt die Stockwerkeigentümer. Insbesondere stören sie sich an einer Mauer, die entlang «ihrer» Strasse verlaufen soll.

Mit idealer Sitzhöhe und einer Abdeckung sollte sie die Museumsbesucher an warmen Tagen zum Verweilen einladen. «Meine Mandanten wollen nicht, dass die Leute dort picknicken und der Abfall womöglich auf ihrem Grundstück landet», sagt Eymann. Diesbezüglich wurden sich die Bauherrschaft und die Anwohner aber einig. Die Mauer wird weniger breit gebaut, und die Abdeckung wird weggelassen. Ist sie weniger bequem, wird sie weniger Picknicker anlocken, hoffen die Einsprecher.

Des Weiteren wollen die Anwohner auch während der Bauphase ihre Ruhe haben; zudem darf ihr Privatparkplatz nicht von Bauarbeitern oder Gästen des Restaurants benutzt werden. Die Bauherrschaft habe zugesichert, dass die Lärmemissionen und Erschütterungen gering gehalten würden, sagt Eymann.

Abstand gibt zu reden

In einem anderen Punkt konnte man sich aber nicht einig werden. Und zwar geht es um den Abstand zwischen dem Neubau und der Platanenstrasse. «Dieser sollte gemäss dem Baureglement der Stadt Burgdorf mindestens 3 Meter 60 sein», sagt Eymann. Gemäss Plan beträgt er an manchen Stellen nur knapp 2 Meter 60. «Wir sehen nicht ein, weshalb man sich hier nicht an die gesetzlichen Regelungen halten sollte», so Eymann.

Anders sieht dies der Burgdorfer Baudirektor Peter Hänsenberger. Wenn die Überbauungsordnung entsprechend angepasst werde, sei ein Abweichen von den Vorschriften durchaus möglich. Und eine Änderung der Überbauungsordnung ist vorgesehen. Betroffen ist das Milkaareal. Also der Platz, wo einst das Milka-Stöckli stand, zu dem ein denkmalgeschütztes ehemaliges Käselager gehörte. Dieses gibt es jedoch seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Damals wurden die heutigen Ausstellungsräume des Gertsch-Museums gebaut.

Die Aushubarbeiten brachten das Käselager zum Einsturz. 2002 bewilligte der Kanton den Abbruch des Stöcklis, weil dieses ohne das Käselager nicht mehr als schützenswert galt. Der Platz war aber nach wie vor als Freifläche eingetragen. Das soll sich nun mit der angepassten Überbauungsordnung ändern. Einen Monat vor dem Baugesuch lag diese öffentlich auf. Auch dagegen ging eine Einsprache ein, ebenfalls von den Bewohnern der Platanenstrasse 2.

So geht es weiter

Nun werden, soweit notwendig, sowohl Baugesuch wie auch die Überbauungsordnung wegen der Einsprachen angepasst. Der Ball für das Baugesuch liegt bei der Stadt. Jener für die Überbauungsordnung beim kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR). «Wir erwarten bis im September den Bescheid vom AGR», sagt Hänsenberger. Die einsprechenden Parteien haben die Möglichkeit, gegen die jeweiligen Beschlüsse Beschwerde zu erheben. «Meine Klienten haben noch nicht entschieden, ob sie erneut Beschwerde einreichen würden», sagt Eymann. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.05.2017, 06:30 Uhr

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