Grosser Rat zeigt Herz für Gotthelf-Zentrum

Der Grosse Rat hat die Voraussetzung geschaffen, dass das Gotthelf-Zentrum Lützelflüh von Geldern der Regionalen Kulturkonferenz profitieren kann. Dafür kippte er eine 2005 aufgestellte Bedingung.

Das Gotthelf-Zentrum im Pfarrhaus Lützelflüh.

Das Gotthelf-Zentrum im Pfarrhaus Lützelflüh.

(Bild: Hans Wüthrich)

Vor 13 Jahren genehmigte der Grosse Rat sechs Millionen Franken für eine neue Gesamtausgabe des Gotthelf-Werks und fünf Jahre später 3,3 Millionen für die Errichtung des Gotthelf-Zentrums im Pfarrhaus von Lützelflüh. In beiden Fällen wurden Betriebsbeiträge an das Gotthelf-Zentrum «ausdrücklich ausgeschlossen».

Der Lützelflüher SVP-Grossrat Alfred Bärtschi beantragte nun im Grossen Rat, der Regierungsrat solle diese Bestimmung streichen. Für die längerfristige Sicherung dieser Institution seien Beiträge der öffentlichen Hand unabdingbar.

Bärtschis Motion sorgte im Rat für eine angeregte, längere Diskussion. Die einen sagten, für den Kanton Bern gehe es um relativ wenig Geld und seit 2005 habe sich kulturpolitisch mit dem 2013 in Kraft getretenen Kulturförderungsgesetz einiges geändert. Deshalb dürfe man die 2005 aufgestellte Bedingung kippen.

Die anderen fanden, so etwas gehe nicht. Für das Gotthelf-Zentrum sei schon genug Geld geflossen. Wenn man einmal ein Nein ausspreche, müsse dieses Nein auch gelten. Mit 72 zu 59 Stimmen bei 14 Enthaltungen folgte der Rat schliesslich Bärtschi und überwies seine Motion an die Regierung.

Voraussetzung für Subventionsgesuch

Wie Heinrich Schütz vom Leitungsteam des Gotthelf-Zentrums nach der Debatte auf Anfrage sagte, ermöglicht der Entscheid, dass die Standortgemeinde Lützelflüh der Regionalen Kulturkonferenz Emmental ein Subventionsgesuch einreichen kann. Dies für die Subventionsperiode 2021 bis 2024.

Ziel des Leitungsteams sei, mit jährlich 50'000 bis 60'000 Franken Subventionen wegzukommen vom fast ausschliesslich ehrenamtlich geführten Betrieb. Die Initianten seien in die Jahre gekommene «graue Panther». Man wolle einen Geschäftsführer anstellen können.

50 Prozent der Subventionen würden gemäss diesem Modell von der Standortgemeinde kommen, zehn Prozent von den übrigen Emmentaler Gemeinden und 40 Prozent vom Kanton. Alle Partner müssen zahlen, so dass es die Aufhebung der Bedingung aus dem Jahr 2005 brauchte.

Laut Schütz ist die Gemeinde Lützelflüh gewillt, dieses Subventionsgesuch zu stellen. Doch damit das Kulturkonferenz-Geld fliesst, müssen Vorstand und Delegierte der Regionalen Kulturkonferenz zustimmen.

«Mehr Geld für Anderes ausgegeben»

Im Grossen Rat hiess es am Donnerstag, wenn der Rat Ja sage, bedeute dies eine Mehrbelastung für den Kanton von etwa 20'000 Franken. «Schliesst die Augen und sagt trotz der Bedingung Ja», sagte etwa der Seewiler SVP-Grossrat Fritz Ruchti. «Wir haben schon mehr Geld ausgegeben für andere Sachen.»

tag/sda

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