Gasthof Lueg wird geschlossen

Heimiswil

Im Streit um die Überdachung der Luegarena zieht Jörg Moser den Stecker. Er macht das beliebte Ausflugsziel Mitte Oktober dicht. 24 Mitarbeitende haben die Kündigung erhalten.

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Chantal Desbiolles

«Ich sehe keine Perspektive», sagt Jörg Moser. Der Besitzer des Landgasthofs und des Seminarhotels auf dem Hoger will «Ordnung schaffen, ehe klar ist, wie es weitergeht»: Den Betrieb auf der Lueg macht er auf Mitte Oktober dicht. Wie er am Donnerstagnachmittag mitteilte, verlieren auf diesen Zeitpunkt hin 24 Mitarbeitende ihre Stelle. Sie haben laut Moser die Kündigung bereits erhalten.

Weil die Konsequenzen eines Abbruchs laut Moser «keinen auch nur halbwegs vernünftigen» Businessplan zulassen, habe er sich nun für die Schliessung des Ausflugsortes entschieden. «Es geht nicht anders», so Moser, und er verweist auf betriebswirtschaftliche Notwendigkeiten: Seine Erlebnisbühne sei kein ­Anhängsel, sondern neben dem Hotel und der Restauration das dritte Standbein der Lueg.

Abbruch bis 17. Oktober

Noch vor zwei Wochen hatte sich der Lueg-Besitzer in die Brust geworfen. «Ich bin ein Kämpfer», postulierte er im Interview mit dieser Zeitung. «Ich gebe nicht auf.» Ein Komitee unter der Führung von BDP-Nationalrat Hans Grunder, Touristiker Kurt Schär und Alt-Schwingerkönig Silvio Rüfenacht hatte für den Erhalt der Arena getrommelt. Jene Arena, für deren Dach laut dem Bundesgericht die Bewilligung fehlt. Und das bis 17. Oktober abgebrochen werden muss.

Nun wird die überraschende Entscheidung angekündigt mit einer «neuen Stufe im Streit um die Überdachung der Luegarena». Nach Moser hat er sich mit einer Delegation der Gemeinde verständigt; allerdings habe der Gesamtgemeinderat nicht mitmachen wollen. Ihm schreibt er im Communiqué eine «grosse Mitverantwortung» zu.

Konkret geht es um sein Ansinnen, die Lueg aus der Landwirtschaftszone zu bringen. Eine neue Zone werde es aber nicht geben, so Moser, stattdessen habe man ihm eine Umzonung mit Vorschriften unterbreitet. «Ohne dass man einen Quadratmeter mehr hätte bauen können.»

Gespräche laufen weiterhin

«Von unserer Seite her ist nichts abgeschlossen», sagt Baukommissionspräsident Beat Grossenbacher. Die Gespräche mit Jörg Moser würden weitergeführt. Es sei entscheidend, dabei zwischen dem baupolizeilichen Verfahren und der Ortsplanungsrevision zu unterscheiden: Ersteres, also der Entscheid des Bundesgerichts zum Abbruch der Luegarena, sei nicht verhandelbar.

Im Zusammenhang mit einer Zonenplanänderung habe der Heimiswiler Gemeinderat Offenheit und Gesprächsbereitschaft signalisiert. Zum Inhalt könne er sich nicht äussern, sagt Grossenbacher, weil die Planung noch nicht in der Mitwirkung war.

«Keine Erpressung»

Er handle weder bewusst provokativ oder impulsiv, versichert Moser, noch wolle er die Behörden erpressen. Er bedaure diesen Entscheid mit Blick auf die Mitarbeitenden und die Gäste, sagt er auf Nachfrage. Als Aufgabe will er die Stilllegung dann aber doch nicht verstanden wissen.

Berner Zeitung

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