Für die OGA meint es die Sonne fast zu gut

Langnau

Die Verantwortlichen der diesjährigen OGA ­haben nichts falsch gemacht. Trotzdem lässt der erhoffte ­Zustrom noch auf sich warten.

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«Hat es noch etwas zu trinken an der OGA?», fragt ein Mann, den es am späten Dienstagnachmittag Richtung Ausstellungsgelände zieht. Zumindest in der Kupferschmiede, wo die Montreux-Oberland-Bahn und die Region Montreux auf Gäste warten, hat es noch sehr viel Weisswein. «Mir ist aber eher nach Bier», sagt der Mann.

Ab jetzt gibts den Jazz live

Das ist genau das Problem der Gastregion, die nebst ihrer Bahn den Waadtländer Wein bekannt machen will: dass die hohen Temperaturen dieser Tage eher an Bier denken lassen und weniger daran, sich mit einem Glas Wein zuzuprosten. Zumindest tagsüber steht der mit viel Aufwand zwischen Kupferschmiede und Markthalle manövrierte Salonwaggon der MOB denn auch meistens leer.

Hans-Ruedi Gerber, Marketingverantwortlicher der MOB, will zwar nicht jammern. «Für unser Produkt läuft es super», sagt er. Aber der Restaurantbereich, den die Gastregion in der Kupferschmiede eingerichtet hat, erfährt nicht den Zuspruch, den sich die Welschen erhofft hatten. «Unsere Investitionen waren enorm», sagt Gerber. Wie hoch, verrät er nicht. Seit gestern sind sie noch höher. Denn nun soll jeden Abend eine Liveband mit Jazzmusik für zusätzliche Attraktion sorgen.

Gastrokonzept bewährt sich

Das Blauliecht-Kafi, die Flösserbeiz und die Burestube, die auf dem Ausstellungsrundgang verteilt sind, sowie die Gastrobetriebe rund um den OGA-Dorfplatz seien mit der Auslastung zufrieden, sagt Mediensprecher Nicola Antener. Überhaupt scheine das Gastrokonzept den Bedürfnissen der Besucher und Aussteller zu entsprechen. Auch die Events kämen gut an.

Am Samstagabend sei der Dorfplatz so voll gewesen wie zu Zeiten vor dem Stadionumbau jeweils das OGA-Festzelt. Dann folgte ein sehr ruhiger Sonntag, am Montag soll auf dem Dorfplatz dann aber wieder getanzt worden sein. Hans-Ruedi Gerber ist zuversichtlich, dass die Besucherzahlen steigen werden. Der Mann aus Montreux hat sich sagen lassen: «Die Emmentaler müssen erst hören, was die andern sagen, bevor sie selber auch hingehen.»

Kein neuer Rekord in Sicht

Nach den ersten vier Tagen geht die Geschäftsleitung laut Antener davon aus, dass die diesjährige OGA besser abschliessen wird als jene vor drei Jahren. Für diese hatte nach dem Umbau des Ilfis-Stadions ein völlig neues Konzept erarbeitet werden müssen. Die damals festgestellten Mängel wurden offenbar korrigiert.

«Wir müssen noch ein paar Details anpassen, aber nichts Gröberes», fasst Antener die bisherigen Reaktionen zusammen. Doch schon jetzt scheint klar, dass die OGA 2017 die Rekordzahl des Jahres 2010 nicht erreichen wird. Damals waren rund 80 000 Besucherinnen und Besucher gezählt worden.

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