Feuer und Wasser machen Papier unbrauchbar

Utzenstorf

In einer Lagerhalle auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik ist am Mittwoch ein Brand ausgebrochen. Verletzt wurde niemand.

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Aus dem Schlauch schiesst ein Wasserstrahl. Die Bagger heben Schaufel um Schaufel pampiges, mit Wasser vollgesogenes Papier hoch. Wieder und wieder werden die Haufen nass gespritzt. Pfützen haben sich gebildet. In der Wand klafft ein Loch. Am Nachmittag sind die Leute von der Feuerwehr untere Emme auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik Utzenstorf noch immer mit den Löscharbeiten beschäftigt. Ausgebrochen ist das Feuer in einer Lagerhalle. Die Feuerwehr musste deren Fassade einbrechen, um besser löschen zu können. Am Vormittag war eine dicke schwarze Rauchwolke sichtbar.

Die Meldung zum Brand sei Mittwoch um kurz nach 10 Uhr bei der Kantonspolizei Bern eingegangen, sagt Kapo-Mediensprecherin Sarah Wahlen auf Anfrage. Nach aktuellem Kenntnisstand wurde niemand verletzt, auch musste niemand evakuiert werden. Vorsorglich sei aber eine Ambulanz aufgeboten worden. Für die Bevölkerung habe trotz der starken Rauchentwicklung keine Gefahr bestanden, ergänzt die Mediensprecherin.

«Mittlerer Sachschaden»

Betroffen ist das Ausgangslager des Altpapiersortierwerks. In der Halle, mitten im Schlamassel steht Alain Probst, einstiger Geschäftsführer der «Papieri». Heute ist er Chef der neu gegründeten Tochterfirma APS Altpapier Service Schweiz der Perlen Papier AG, die unter anderem das Utzenstorfer Altpapiersortierwerk betreibt. Er sei erschrocken und sofort nach Utzenstorf gefahren, als er vom Brand erfahren habe, sagt er. Das Wichtigste sei, dass keine Personen zu Schaden gekommen seien, «auch nicht während der Löscharbeiten».

Gut 800 Tonnen würden nach einer ersten groben Einschätzung in der beschädigten Halle lagern. «Das Altpapier wird kaum mehr brauchbar sein. Wir müssen es wohl entsorgen», sagt er. Probst geht von einem «mittleren Sachschaden» aus, zumal das Gebäude nicht gänzlich niedergebrannt sei. Was aber alles repariert werden müsse, könne er jetzt noch nicht sagen. «Wir müssen nun zusehen, dass wir bald möglich wieder einen geordneten Betrieb respektive einen Notfallbetrieb aufnehmen können.»

Langwierige Löscharbeiten

Die Einsatzkräfte konnten das Feuer zwar rasch unter Kontrolle bringen. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich jedoch wegen der brennenden Altpapierstücke als aufwendig. Sie dauerten auch am Abend noch an, wie die Polizei in einem Communiqué schreibt. Total standen über 40 Angehörige der Feuerwehren untere Emme und Kirchberg und die Berufsfeuerwehr Bern im Einsatz. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet. Die Papierfabrik Utzenstorf wurde Ende 2017 geschlossen. Mit dem Aus der «Papieri» ging nach 125 Jahren ein Stück Industriegeschichte zu Ende.

Berner Zeitung

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