Europarat-Delegation besucht Berner Asylheim für Minderjährige

Um sich über geeignete Unterbringungsformen für minderjährige Flüchtlinge zu informieren, hat eine vierköpfige Delegation der Parlamentarischen Versammlung des Europarates am Freitag ein Asylwohnheim in Bärau besucht.

FDP-Nationalrätin Doris Fiala bezeichnete das Wohnheim in Bärau als «fantastisches Beispiel».

FDP-Nationalrätin Doris Fiala bezeichnete das Wohnheim in Bärau als «fantastisches Beispiel». Bild: Keystone

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Das Wohnheim in Bärau sei ein «fantastisches Beispiel» wie ein Flüchtlingszentrum für unbegleitete minderjährige Asylsuchende ausgestaltet sein kann, befand die Delegation unter der Leitung von FDP-Nationalrätin Doris Fiala nach ihrem Besuch am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die Delegation such nach alternativen Lösungen gegenüber der administrativen Inhaftierung von Kindern im Asylbereich zu finden. Über ihre Erfahrungen werden sie nun dem Europarat Bericht erstatten.

Mit dem spezifischen Programm setzt der Kanton Bern um, was die UNO-Kinderrechtskonvention verlangt: einen besonderen Schutz für asylsuchende Kinder, die sich ohne ihre Eltern ausserhalb ihres Heimatlandes befinden.

Bei ihrem Besuch hatte die Delegation die Möglichkeit, in das Leben der 37 Kinder und Jugendlichen, welche mehrheitlich aus Eritrea, Afghanistan, Somalia und Äthiopien stammen, Einblick zu erhalten. Das Wohnheim Bärau bietet ihnen einen geregelten Tagesablauf, eine Betreuungsperson und Bildungsmöglichkeiten.

24-Stunden-Betreuung

Im Gegensatz zu Asylunterkünfte für Erwachsene werden die Kinder und Jugendlichen hier 24 Stunden am Tag betreut. «Eine offene Tür ist in der Nacht genauso wichtig, weil viele Jugendliche unter Alpträumen und Schlafstörungen leiden», sagte Geschäftsleiterin Annie Ortelli von der Zentrum Bäregg Gmbh.

Rund 448 Kinder und Jugendlichen werden vom Zentrum Bäregg aktuell betreut. Pro Tag und Person rechnet der Kanton laut dem Berner Migrationsamt mit einer Gesamtpauschale von 171 Franken - 36.50 Franken übernimmt davon der Bund.

Für Doris Fiala sind die hohen Kosten gerechtfertigt, leistet die Schweiz doch damit «über die humanitäre Aufgabe hinaus auch einen wesentlichen Beitrag zum inneren Frieden der Schweiz». «Wenn es uns nicht gelingt, die Jugendlichen richtig zu integrieren, haben wir ein gesellschaftliches Problem», so Fiala.

Abstimmung über Asylkredit im Kanton Bern

Im Kanton Bern werden die Stimmberechtigten am 21. Mai über einen Asylsozialkredit abstimmen, der unter anderem für die Betreuung und Integration von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) eingesetzt wird. Es geht um 105 Millionen Franken, welche das Berner Kantonsparlament letzten Herbst für vier Jahre gesprochen hat.

Gegen den Grossratsbeschluss ergriffen die SVP, die Junge SVP und der Bund der Steuerzahler das Referendum. Das Komitee sieht im gesprochenen Kredit eine «unnötige Luxuslösung». (chh/sda)

Erstellt: 24.03.2017, 19:21 Uhr

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