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«Es ist ein Generationenwechsel im Gang»

Die Fangemeinde der SCL Tigers sei nicht mehr die, die sie noch vor zehn Jahren gewesen sei, findet Martin Leuenberger, Leiter der Fanszene Langnau.

Susanne Graf
Martin Leuenberger
Martin Leuenberger
Markus Zahno

Auf der Geschäftsstelle der SCL Tigers AG war gestern ferienhalber niemand zu erreichen. Dafür nimmt Martin Leuenberger Stellung zur Kritik des bisherigen Capo Stefan Hostettler.

Als Leiter der Fanszene Langnau, der Dachorganisation aller Fanclubs, die jeweils im Fansektor aktiv ist, steht Leuenberger zwischen dem Hockeyunternehmen und den Anhängern. Er hat Hofstetters Demission mit Bedauern, aber auch mit Verständnis zur Kenntnis genommen.

Die Fangemeinde sei tatsächlich nicht mehr das, was sie vor zehn, fünfzehn Jahren gewesen sei, sagt er. Sie sei in mehrere Gruppierungen zersplittert, und die Kommunikationswege seien länger geworden.

Verzettelung erzeugt brodelnde Dynamik

Zwar sei am Rand von Sportanlässen immer Alkohol getrunken worden, aber die Hemmschwelle, im Suff über die Stränge zu schlagen, sei einst höher gewesen. Früher habe sich die Fangemeinde einzelne Krawallmacher vorknöpfen und zur Vernunft bringen können.

Die heutige Verzettelung lasse eine brodelnde Dynamik entstehen, beobachtet Leuenberger und gibt zu bedenken: «Fan­organisationen tun gut daran, niemanden auszuschliessen. Sonst tauchen sie unter, formieren sich anonym, und wir verlieren den Draht zu ihnen.» Beispiele aus anderen Clubs zeigten, wie wichtig es sei, ­«alle mit im Boot zu haben».

Als Leiter der Fanszene will Martin Leuenberger keine Kritik üben am Vorgehen der Geschäftsstelle. Deren Bemühungen, im Rahmen der Kampagne «Respect – faire Fans» das Verhalten der Anhängerschaft positiv zu beeinflussen, «unterstütze ich zu hundert Prozent». Aber tatsächlich sei in Bezug auf die Langnauer Fankultur Wachsamkeit angezeigt.

«Man kennt die Personen, die Schwierigkeiten machen»

In der Szene sei ein Generationenwechsel im Gang. Leuenberger, der sich als 36-Jähriger «auch nicht mehr zu den Jüngsten» zählt, stellt fest, dass viele Funktionen in die Hände Jüngerer übergehen. «Sie stehen in einer grossen Verantwortung: Sie müssen eine Fankultur weiterpflegen, die landesweit einzigartig und ein grosses Kapital unseres Clubs ist.»

Leuenberger ist gespannt: «In zwei bis drei Jahren wird sich zeigen, in welche Richtung es geht.» Aktuell werde ein neues Fankonzept erarbeitet. «Eine gewisse Bewegung», die Sorgen bereite, weist auch Stefan Rüfenacht nicht von der Hand. Aber der Leiter der Abteilung öffentliche Sicherheit der Gemeinde Langnau betont: «Alle Fachleute bestätigen, dass bei uns noch paradiesische Zustände herrschen.»

Zwischen Tigers, Polizei und der Gemeinde fänden regelmässige Sitzungen statt, «man arbeitet sich in die Hand», sagt Rüfenacht. Er lobt die Bemühungen von Tigers-Geschäftsleiter Peter Müller, mit allen Fangruppierungen im Gespräch zu bleiben.

«Man kennt die Personen, die Schwierigkeiten machen», sagt er. Laut der Polizei wurde in Langnau in den letzten zwei Wintern «keine Häufung von Vorfällen» festgestellt.

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