Es braucht noch einmal einen Wettbewerb

Burgdorf

Was auf dem Areal der früheren Maschinenfabrik Aebi gebaut werden soll, steht in groben Zügen fest. Nicht geplant war, dass jetzt ein zweiter Architekturwettbewerb durchgeführt wird.

Räume voller Leben wird es in der alten Aebi-Fabrik nie geben, weil diese abgebrochen werden wird. Wie der Neubau aussieht, wird nächstes Jahr feststehen.

Räume voller Leben wird es in der alten Aebi-Fabrik nie geben, weil diese abgebrochen werden wird. Wie der Neubau aussieht, wird nächstes Jahr feststehen.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Urs Egli

Die Zuger Investorin Alfred Müller AG war offenbar ein anderes Tempo gewohnt, als sie vor genau drei Jahren das städtebauliche Siegerprojekt der Überbauung Suttergut Nord im Burgdorfer Bahnhofquartier auf den Schild gehoben hatte: 2018 sollten die ersten Wohnungen bezugsbereit sein.

Die Realität ist eine andere. Die Industriebrache der ehemaligen Maschinenfabrik Aebi steht noch immer. Aus den auf einem riesigen Plakat an der Fassade ­angekündigten Wohnträumen ist bis heute nichts geworden.

Hürdenreiches Verfahren

Nach dem Wettbewerb war ein Richtprojekt erarbeitet worden, das den Anliegen der Grundeigentümer und den Hinweisen der Wettbewerbsjury Rechnung getragen hat. Erst danach konnte die Überbauungsordnung erarbeitet werden. Im Dezember 2016 wurde parallel dazu das Gesuch um Rückbau aller acht Gebäude im Eigentum der Alfred Müller AG eingereicht.

Im Juni 2017 lag die Abbruchbewilligung vor. Getan hat sich seither aber nichts. Der Grund: Der Rückbau der Industriebrache kann erst beginnen, wenn die Überbauungsordnung rechtskräftig ist.

Noch ist dies nicht der Fall. Denn nach der Vorprüfung durch das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), die relativ viel Zeit in Anspruch genommen hat, findet noch die öffentliche Auflage statt. Dies soll im Oktober oder November der Fall sein. Innerhalb der einmonatigen Auflagefrist können vom Projekt Betroffene Einsprache machen.

Die ersten Gebäude des Sutterguts Nord dürften nicht vor 2021 bezugsbereit sein.

Während der Erarbeitung des Projekts seien Betroffene und Interessierte mehrmals informiert worden, sodass Peter Hänsenberger, Leiter der Burgdorfer Baudirektion, nicht mit grösseren Einwänden rechnet. Letztlich müssen noch der Gemeinderat Burgdorf und das AGR den Segen geben.

«Wir gehen davon aus, dass die Überbauungsordnung im zweiten Quartal 2019 rechtskräftig sein wird», sagt Hänsenberger. Er, der Ende dieses Jahres in den vorzeitigen Ruhestand tritt, wird das Projekt Suttergut Nord ab Januar 2019 als Vertreter der Stadt im Mandatsverhältnis weiterführen.

Die Abbrucharbeiten sollen sofort an die Hand genommen werden, wenn die Überbauungsordnung unter Dach und Fach ist. In einem ersten Schritt müssen jedoch alle schadstoffbelasteten Gebäudeteile von spezialisierten Unternehmen fachgerecht entsorgt werden.

Binnen acht bis zehn Monaten sollen sämtliche Gebäude der ehemaligen Maschinenfabrik, die im Besitz der Alfred Müller AG sind, von der Bildfläche verschwunden sein. Das Ziel der Investorin ist es, dass die Parzellen aus dem Kataster der belasteten Standorte ausgetragen werden können.

Vier Architekten machen mit

Bleibt die Frage: Welche Bauten werden dereinst anstelle der ehemaligen drei grossen Industriehallen realisiert? «Der Fussabdruck der Gebäude», wie es Peter Hänsenberger nennt, sei durch die Vorschriften der Überbauungsordnung klar definiert. Jetzt gehe es noch um die Gestaltung dieser Bauten, um fertige Projekte also.

Dass man dazu noch einen Projektwettbewerb durchführen werde, sei ursprünglich nicht geplant gewesen, teilt die Alfred Müller AG auf Anfrage mit. Die Auflage in der Teilüberbauungsordnung, wonach für diese Baubereiche «ein qualitätssicherndes Verfahren nötig ist», habe die Investorin und die Stadt dazu ­bewogen, «einen Wettbewerb durchzuführen».

Eingeladen wurden vier Architektenteams aus Bern, Zürich und Zug. Die Jurierung erfolge im ersten Quartal 2019. «Sobald die Teilüberbauungsordnung rechtskräftig ist, können wir das Baugesuch einreichen», hält die Immobilienfirma fest. Vorgesehen ist eine Mischnutzung von zwei Dritteln Wohn- und einem Drittel Geschäftsfläche. Die ersten Gebäude dürften nicht vor 2021 bezugsbereit sein.

Berner Zeitung

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