Langnau

Es bahnen sich viele Änderungen an

LangnauIn Langnau ist man nicht sehr glücklich darüber, dass Trub und Trubschachen ein eigenes Oberstufenzentrum ins Auge fassen. Die Schüler aus den beiden Gemeinden hätten dem Dorf gutgetan, findet Renate Strahm.

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In Langnau werden die Schüler an insgesamt 9 Standorten unterrichtet

180 Jahre hat sich die Zusammenarbeit bewährt. Seit 1837 werden die Sekundarschüler der Gemeinden Trub und Trubschachen in Langnau unterrichtet. «Diese Schüler sind wertvoll für die Zusammensetzung unserer Klassen, sie bringen eine andere Kultur zu uns nach Langnau», sagt Renate Strahm. Sie ist SP-Gemeinderätin und präsidiert die Schulkommission. Diese will prüfen, ob sich in Langnau eine durchlässige Oberstufe realisieren liesse. Das heisst: Je nach Talent würden die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Mathematik, Deutsch und Französisch künftig entweder auf Real- oder auf Sekundarschulniveau unterrichtet.

Klassenfahrten nach Trub

Die Idee stiess in Trub und Trubschachen auf offene Ohren. Doch nun haben sich die beiden Gemeinden entschieden, in Trubschachen ein eigenes Oberstufenzentrum zu realisieren und dereinst keine Sekundarschüler mehr nach Langnau zu schicken (wir berichteten). «Das bedaure ich», sagt Renate Strahm. Die Schüler aus Trub und Trubschachen hätten den Langnauern jeweils gutgetan, sagt sie.

Renate Strahm erinnert sich an ihre eigene Jugend und daran, wie ihre Klasse zu Beginn der gemeinsamen Schulzeit die Truber Schulkollegen zu Hause besucht habe, um zu erfahren, wie diese auf ihren Bauernhöfen leben würden und welche Schulwege sie täglich zu bewältigen hätten. «Das wird zum Teil immer noch so gemacht», weiss die Schulkommissionspräsidentin.

Schulgeld fällt weg

Doch es ist nicht nur der kulturelle Austausch zwischen dem sehr ländlich Geprägten und den Schülern des regionalen Zentrums, was Renate Strahm in Zukunft vermissen wird. Es ist auch das Schulgeld aus Trub und Trubschachen. Oder die Tatsache, dass die beiden Gemeinden mithalfen, das Langnauer Sekundarschulhaus auszulasten.

Hingegen bedeutet ihr Alleingang auch, dass Langnau zumindest kurzfristig kein neues Gebäude aufstellen muss. «Grob gerechnet», sagt Renate Strahm, «sollte der Platz im Sekundarschulhaus un­ter Einbezug des Höheweg-Schulhauses reichen für ein Oberstufenzentrum.»

«Wen sollten wir schicken?»

Für Trubschachen und Trub wäre es ideal, wenn Langnau rund 40 Schülerinnen und Schüler in ihr Zentrum schicken würde. Mit 120 Schülern könnte das Oberstufenzentrum einfacher organisiert werden als mit bloss gut 80, wie an den Gemeindeversammlungen in Trub und Trubschachen mitgeteilt wurde. Doch Langnau winkt ab. Nicht weil die grosse Gemeinde den kleinen nichts abgeben will. «Aber wir wüssten schlicht nicht, nach welchen Kriterien wir Schüler nach Trubschachen schicken sollten», gibt Renate Strahm zu bedenken.

Alle aus dem Gebiet Bärau und Gohl dorthin zu delegieren, komme nicht infrage. «Wir müssen schon jetzt stark darauf achten, dass sich diese Gebiete zur Gemeinde Langnau gehörend fühlen und wir sie genügend ins Zentrum einbeziehen.»

Die Abklärungen, die ein durchlässiges Schulmodell an der Oberstufe zum Ziel haben, sind das eine, was die Langnauer Schulkommission stark beschäftigt. Das andere sind rückläufige Schülerzahlen in den Aussenbezirken, insbesondere im Gohlgraben. Hier betreibt die Gemeinde noch zwei Schulhäuser. Im Gohl-Schulhaus werden die Fünft- und die Sechstklässler sowie die Siebent- bis Neuntklässler in je einer Klasse unterrichtet.

Spezialfall Kammershaus

Im Kammershaus sind es noch drei Klassen. Das bleibt auch in den nächsten zwei Schuljahren so. Doch die Kindergartenkinder sowie die Erst- und die Zweitklässler sollen künftig in gewissen Fächern gemeinsam unterrichtet werden. «So können wir Lektionen sparen», erklärt Renate Strahm zum kreativen Ausweg, den Langnau zusammen mit dem Schulinspektorat gefunden hat. «Aber bis in zwei Jahren muss eine Lösung her», sagt sie.

Das wird wohl bedeuten, dass das eine oder das andere Schulhaus geschlossen werden muss. Denn auch das nahe Schulhaus Bärau sei nicht genügend aus­gelastet. Dort kommt erschwerend hinzu, dass viele Familien zu- und wegziehen und der Schülerbestand somit starken Schwankungen unterliegt.

Auch auf der anderen Seite des Dorfes, im Oberfrittenbach, sind die Schülerzahlen laut Renate Strahm eher rückläufig. Doch dort besteht die Möglichkeit, die Klassen mit Kindern aus dem wachsenden Langnauer Unterdorf zu füllen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.12.2017, 20:20 Uhr

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