Erste Kita im mittleren Emmental

Sumiswald

Das mittlere Emmental bekommt wohl seine erste Kindertagesstätte. Endlich. Die Gemeinde wagt den Schritt und will ab 2018 zwölf Plätze anbieten. Der Bedarf im Dorf ist vorhanden.

Die Standortfrage ist bereits geklärt: Im Westtrakt des Dienstleistungszentrums hat es noch Platz.

Die Standortfrage ist bereits geklärt: Im Westtrakt des Dienstleistungszentrums hat es noch Platz.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Martin Burkhalter@M_R_Bu

Geschafft!, ist man geneigt zu sagen. Jetzt kommt das mittlere Emmental doch noch zu seiner Kindertagesstätte. Und zwar in Sumiswald. Die Gemeindeversammlung hat am Montag dem Antrag des Gemeinderats zugestimmt – ohne zu murren und einstimmig.

So reibungslos lief das nicht immer. Eine Zangengeburt war es. Jawohl. Angefangen hat alles vor über einem Jahr. Nicht in Sumiswald, sondern in Rüegsauschachen, genauer auf der Gerbematte, dort, wo Swisslube-Chef Peter Blaser gerade bauen lässt, nämlich: Wohnungen, Laden­geschäfte, eine Arztpraxis.

Und: eben auch eine öffentliche, subventionierte Kindertagesstätte. Zur Enttäuschung von Bauherr Blaser wollten die Rüegsauer Gemeindevertreter aber die nötigen, insbesondere finanziellen, Verpflichtungen nicht eingehen. Und weil die Gemeinde nicht spurte, liess Blaser die Idee fallen, vorläufig zumindest.

Bevor die Idee aber am Boden zerschellte, fing eine Projektgruppe, bestehend aus dem Sumiswalder Dienstleistungszentrum (DLZ) und dem Verein Kibe Mittleres Emmental, sie noch rechtzeitig auf. Unter dem Namen Verein Kita Mittleres Emmental sollte der weisse Fleck auf der Landkarte doch noch ausgefüllt werden (wir berichteten).

Standort geregelt

Die Beharrlichkeit hat sich gelohnt. In Sumiswald stiess die Projektgruppe auf offene Ohren. Geholfen hat dabei auch, dass der Verein zwischenzeitlich eine Umfrage durchgeführt hatte. Diese zeigte in der Region für das Jahr 2017 einen Bedarf von 26 und ab dem Jahr 2018 einen für gut 35 Kita-Plätze auf.

Das hat die Sumiswalder Behörden überzeugt. Und wohl auch, dass mit dem Dienstleistungszentrum die Standortfrage ebenfalls schon geklärt ist: Im Westtrakt hat es nämlich Platz.

Geplant ist nun, dort vorerst eine Kita mit neun Plätzen einzurichten. Später könnten je nach Bedarf mehr dazukommen. Weitere drei Plätze will das Mutter-Kind-Haus Elim in Wasen anbieten.

Eine günstige Ausgangslage. Mit den zwei Standorten hätten beide Dörfer ihre Kita-Plätze, dazu kommt, und das betonte Gemeindepräsident Fritz Kohler an der Einwohnerversammlung, die gute Lage des DLZ: die Spitex im Nebengebäude, das Alterszentrum in der Nachbarschaft, die Mitarbeitenden im DLZ selber. Sprich, ganz viele Arbeitnehmer, die schon lange auf eine Kindertagesstätte warten.

Das sind alles wichtige Ar­gumente, um dann über das Geld zu reden. Denn ganz billig wird die Sache nicht. Abzüglich der ­Elternbeiträge und der kantonalen Subvention kostet eine voll besetzte Kita jedes Jahr gut 50'000 Franken.

Es ist aber da­von auszugehen, dass Sumiswald das nicht alleine tragen muss. Schliesslich werden auch Eltern aus umliegenden Gemeinden ihre Kinder in die einzige Kita der Region bringen wollen. Diese sogenannten Anschlussgemeinden würden sich mittels Leistungsvereinbarung an den Kosten beteiligen.

Damit ist die Sache aber immer noch nicht ganz gegessen. Erfahrungsgemäss können Kitas erst im dritten Jahr kostendeckend betrieben werden. Daher muss die Gemeinde für die ersten Jahre ein Darlehen von rund 90'000 Franken einwerfen.

Laut Fritz Kohler ist es aber gar nicht sicher, ob der Verein das Geld auch wirklich brauchen wird. Anscheinend sind inzwischen Investoren und Sponsoren gefunden worden.

Gute Chancen

Dass zu einer attraktiven Gemeinde heute ein gutes Angebot an familienexterner Kinderbetreuung einfach dazugehört, das schien auch den 69 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung einzuleuchten.

So könnte der Traum von der ersten Kindertagesstätte im mittleren Emmental endlich wahr werden. Sofern die Gesundheits- und Fürsorgedirektion Ende Februar 2018 die Plätze bewilligt. Aber die Chancen stehen gut. Von einem Überangebot in der Region kann wahrlich nicht die Rede sein.

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