Lützelflüh

Erneuter Wechsel in der Führung

LützelflühEine der drei neuen Schulleiterinnen in Lützelflüh hat während der Probezeit gekündigt. Der Grund ist ein ominöser Konflikt. Derweil munkelt man auch von einem schwierigen Arbeitsklima.

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Die Schule Lützelflüh kommt nicht zur Ruhe. Therese Spreng, seit Anfang Schuljahr Schulleiterin, hat in der Probezeit gekündigt. Das teilte die Schulkommission am Dienstag mit. Per 1. Januar 2018 hat Rolf Zimmermann ihre Nachfolge bereits angetreten. Der 48-Jährige bringe eine breite Berufs- und Führungserfahrung mit und habe neben Einsätzen im öffentlichen Schuldienst auch Anstellungen an Privatschulen und im Ausland vorzuweisen.

Machtspiele und Kleinkriege

Die unruhige Geschichte rund um die Schule Lützelflüh wird also um ein Kapitel reicher. Schon der Abgang der letzten Schulleiterin ging nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne und hat wohl ein juristisches Nachspiel. Offenbar hat sie es unterlassen, gewisse pädagogische Konzepte im Bereich Informatik und Medien umzusetzen. Von solchen und anderen Versäumnissen schrieb Schulkommissionspräsident Peter Bärtschi in einem etwas undurchsichtigen Bericht im letzten Gemeindeblatt und nannte es «Rechtshändel rund um den Wechsel in der Schulleitung».

Wie sich inzwischen gezeigt hat, ging im Sommer 2017 nicht nur die Schulleiterin. Auch hatten mehrere Mitarbeitende gekündigt. Offenbar liess das Arbeitsklima zu wünschen übrig. Von Machtkämpfen und Kleinkriegen zwischen der damaligen Schulleiterin und der Schulkommission ist die Rede. Davon, dass man sich von der Schule nicht getragen fühlte. Ihren Namen wollen die ehemaligen Mitarbeiter nicht in der Zeitung lesen.

Einfacher Stellenwechsel

Schulkommissionspräsident Peter Bärtschi kann sich nicht so recht vorstellen, was genau damit gemeint sein soll. Kündigungen habe es zwar gegeben, das könne aber auch andere Gründe haben, sagt er auf Anfrage. «Schliesslich ist die Stellenlage für Lehrer heute sehr günstig für einen Wechsel, wenn es nicht mehr so passt.» Acht Wechsel, davon zwei Pensionierungen, drei Kleinstpensen und eine Neuausrichtung, erachtet er bei 50 Lehrpersonen als normale Fluktuationsrate.

Nach dem letzten eher turbulenten Schuljahr wurde auf 2017/2018 die Führungsstruktur angepasst und ein neues, dreiköpfiges Leitungsteam eingestellt: Als geschäftsführende Schulleiterin Rebekka Ammann aus ­Utzigen, als stellvertretende geschäftsführende Schulleiterinnen Gabriella Huber aus Burgdorf und eben Therese Spreng aus Grünenmatt.

Die Schulhäuser der Gemeinde wurden so in drei Standorte vergleichbaren Umfangs mit sechs bis acht Klassen gegliedert. Die Schulleiterinnen haben je einen Zyklus zu verantworten und führen je einen Standort. Das etwas komplizierte Konstrukt hätte ein wenig Ruhe und Ordnung in die aufgewühlte Schule bringen sollen.

Mediation beiziehen

An der neuen Struktur liegt es denn auch nicht, dass es nun doch schon wieder zu einem Wechsel kommt. «Das Schulleitungsteam war wirklich super», sagt Therese Spreng auf Anfrage. «Wir haben uns perfekt ergänzt. Ich habe sehr gern dort gearbeitet.» Sie sei aber über einen Konflikt gestolpert, der sie dann zur Kündigung bewogen habe. Mehr ins Detail will Therese Spreng jedoch nicht gehen. Sie sagt lediglich, dass sie sich für die Schule externe Hilfe wünsche. Dass etwa eine Mediation beigezogen würde, damit gewisse Punkte geklärt werden.

Peter Bärtschi bestätigt, dass es diesen Konflikt gegeben hat, will aber nichts darüber sagen. «Ich bedaure, dass Therese Spreng gegangen ist», sagt er. Die neuen Leiterinnen hätten sich sehr engagiert und gut eingelebt. «Wir haben drei relativ unerfahrene Personen eingestellt, und nach der Probezeit sind zwei noch da. Das ist doch erfreulich.» Eine Mediation hat es laut Bärtschi übrigens gegeben, im Zusammenhang mit dem von Spreng ­erwähnten Konflikt – mit mässigem Erfolg, wie es scheint. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.01.2018, 20:45 Uhr

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