Erhalten die SCL Tigers Schützenhilfe aus Signau?

Langnau/Signau

Die Gemeinde Signau könnte den SCL Tigers womöglich bei der Realisierung eines zweiten Eisfeldes helfen – wenn das Zeughaus in eine Markthalle umfunktioniert würde. Abklärungen laufen.

Werden hier bald Kühe feilgeboten? Bauern und der Gemeinderat von Signau denken darüber nach, das Zeughaus in eine Markthalle umzuwandeln.

Werden hier bald Kühe feilgeboten? Bauern und der Gemeinderat von Signau denken darüber nach, das Zeughaus in eine Markthalle umzuwandeln.

(Bild: Thomas Peter)

Nun liegt der Puck in der Gemeinde Signau. Am Gemeinderat ist es, den nächsten Spielzug zu tun. Darauf warten sowohl die SCL Tigers als auch die Bauern, denen die Markthalle neben dem Langnauer Eisstadion gehört. ­Bekanntlich möchten die Tigers ein zweites Eisfeld realisieren.

Dabei steht ihnen im Prinzip die Markthalle im Weg. Diese aber wurde im Baurecht erstellt, der Vertrag läuft noch bis 2055. Deshalb macht Peter Jakob, Verwaltungsrat der SCL Tigers AG, klar: «Wir haben kein Recht, zu sagen, die Bauern müssten weg.» Überhaupt könne das zweite Eisfeld auch mit der Markthalle realisiert werden. Denn dieses müsse ohnehin im Hochparterre erstellt werden. Ob darunter Autos parkieren oder Kühe muhen, ist für Jakob nicht entscheidend.

Besserer Standort?

Auch wenn Jakob das nicht sagt: Es schleckt keine Geiss weg, dass die Tigers ein Problem weniger hätten, wenn die Landwirte für ihre Markthalle einen andern Standort fänden. Das wissen die Bauern. «Wir wollen den Tigers nicht im Weg stehen, wenn wir eine Alternative finden», sagt Hansueli Lüthi, Präsident des Verbands Markthalle Langnau. Bezüglich Zufahrt und Parkiermöglichkeiten für die Viehtransporter ist die Situation in Langnau ohnehin nicht ideal.

Und mit dem zweiten Eisfeld wird sie sich mit Sicherheit nicht verbessern. Es erstaunt deshalb nicht, dass sich die Landwirte selber nach andern Lösungen umsehen. ­Dabei fiel ihr Augenmerk auf das Zeughausareal in Signau. Von der geografischen Lage und den ört­lichen Gegebenheiten her «wäre ein Umzug dorthin für uns wohl machbar», sagt Lüthi.

Zonenkonform?

Der Gemeinderat von Signau hat nun Abklärungen an die Hand ­genommen. Denn der offenen Fragen gibt es viele: Erstens müsste Armasuisse bereit sein, die teilvermietete Halle (siehe Kasten) zu verkaufen. Die Gemeinde hat ein Vorkaufsrecht. Zweitens steht das Zeughaus in einer Zone für öffentliche Nutzung (ZÖN). Zuerst will der ­Gemeinderat nun klären, ob die ZÖN den Betrieb einer Markthalle zulassen würde oder ob eine Zonenplanänderung nötig wäre.

«Wir müssen jetzt erst einmal gründlich prüfen, was dort ­baurechtlich überhaupt möglich ­wäre, bevor wir über einen all­fälligen Kauf des Zeughauses nachdenken», sagt Gemeindepräsident Martin Wyss. Nachher müsste auch sichergestellt sein, dass das Areal kostendeckend ­betrieben werden könne.

Der Gemeinderat fragt sich auch, ob Markthallen wie jene in Langnau in Zukunft überhaupt noch gebraucht werden. Oder ob sie angesichts der Tatsache, dass viele Viehzüchter ihre Kühe heute direkt im Stall von Experten bewerten lassen, nicht über kurz oder lang ohnehin ausgedient ­haben.

«Auch in Zukunft wichtig»

Dazu nimmt Adrian Affolter vom Berner Bauernverband Stellung. Zuerst weist er darauf hin, dass Markthallen nicht in erster Linie für die Durchführung von Viehschauen gebaut wurden, sondern erst in zweiter Linie auch dafür genutzt werden. Gebaut wurden sie als «Marktplätze mit zeitgemässer Infrastruktur».

Damit die Landwirte einer Region an zen­traler Stelle Auktionen für Tiere, die weiterleben werden, und Schlachtviehmärkte durchführen können. Solche Marktplätze dienten der Preisfindung und Transparenz, sagt Affolter und betont: «Sie sind für die Landwirtschaft auch in Zukunft elementar wichtig.»

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