Justiz

Er würgte seine Frau und titulierte sie als «Hure»

JustizEin Osteuropäer misshandelte seine Frau mehrfach mit Worten und Händen. Nun verurteilte ihn das Regionalgericht Emmental-Oberaargau zu einer bedingten Geldstrafe.

Das Gericht bekannte den 40-jährigen Mazedonier schuldig, dass er seine Frau misshandelt hatte.

Das Gericht bekannte den 40-jährigen Mazedonier schuldig, dass er seine Frau misshandelt hatte. Bild: iStock

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Sie sagte, ihr Noch-Ehemann habe sie beschimpft, geschlagen, gewürgt und mit dem Tode bedroht. Weiter sei er bei dem Haus im Oberemmental aufgekreuzt, in das sie mit ihren Kindern geflüchtet sei, obwohl ihm das verboten worden war.

Er behauptete, das stimme nicht. Gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft erhob er Einsprache. Sie hatte ihn wegen Tätlichkeiten, Beschimpfungen, Drohung, Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung und Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz mit einer bedingten Geldstrafe von 2250 Franken und Bussen von 2400 Franken bestraft.

Beweise sind vorhanden

Einzelrichterin Muriel Mallepell vom Regionalgericht Emmental-Oberaargau kam nach der Befragung des knapp 40-jährigen Mazedoniers und der Einvernahme der Privatklägerin zum Schluss, dass die Vorwürfe der Ehefrau ­zutreffen müssen. Das Verfahren basiere auf einer gescheiterten Beziehung. «Irgendwie» habe der Beschuldigte nicht ertragen, dass seine Frau einen Freund habe.

Der Angeklagte und die Klägerin sind seit Teenagerzeiten verheiratet. An Beweismitteln fehle es nicht, sagte Mallepell: Fotos würden Rötungen am Hals der Frau zeigen. Weiter habe das Gericht bei der Wahrheitsfindung auf glaubwürdige Zeugenaussagen abstellen können.

Der Angeklagte habe widersprüchliche Angaben gemacht und sich auf Erinnerungslücken berufen. Die Erläuterungen der Klägerin hingegen seien von Anfang an «schlüssig, logisch und konstant» gewesen. Das Gericht hege keine Zweifel daran, dass der Mann die Frau gewürgt und als Hure tituliert hätte.

Die irritierte Richterin

Die Richterin verurteilte den Osteuropäer zu einer bedingten Geldstrafe von 2400 Franken und Bussen von 2000 Franken. Darüber hinaus muss er die 4800 Franken Verfahrenskosten und einen Teil des Honorars seiner Pflichtverteidigerin bezahlen. Seiner Noch-Ehefrau hat er 800 Franken Genugtuung zu entrichten.

Ob der Staat und die Gattin dieses Geld je erhalten, steht in den Sternen: Der vierfache Vater lebt von der Sozialhilfe. Gemäss seinen eigenen Worten kann er nicht mehr als 15 Stunden pro Monat arbeiten, weil ihn Besuche bei Ämtern und Ärzten und die Betreuung des Nachwuchses auf Trab halten.

Nicht ganz ungeschoren kam die Verteidigerin davon. Sie hatte in ihrem Plädoyer gesagt, es gebe keinen Grund, der Privatklägerin Respekt entgegenzubringen. Diese Aussage habe sie «irritiert», teilte Mallepell der Anwältin zu Beginn der Urteilseröffnung mit. «Vor diesem Gericht wird jeder Mensch mit Respekt behandelt.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.08.2018, 17:50 Uhr

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