Langnau

Er will Bauern aus der Patsche helfen

LangnauEs sind die Holzbauern Ernst und Ulrich Kühni, die aus der Reithalle in Schüpbach eine Markthalle machen möchten.

Ernst Kühni hat eine Idee.

Ernst Kühni hat eine Idee. Bild: Walter Pfäffli

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Es seien bereits Vorinvestitionen getätigt worden, heisst es. Man munkelt von einem Investor, der die Reithalle Hübelischachen in Schüpbach kaufen und dem Verband Markthalle Oberes Emmental als Alternative zu dessen Gebäude in Langnau zur Verfügung stellen wolle. Denn dort steht die Infrastruktur, die der regionalen Viehvermarktung dient, im Weg, weil Tigers-Chef Peter Jakob ein zweites Eisfeld bauen möchte.

Jetzt ist klar, wer hinter den Plänen in Schüpbach steht: Ernst Kühni, Verwaltungsratsmitglied der SCL Tigers. «Ich war schon lange der Meinung, aus der zum Verkauf stehenden Reithalle liesse sich eine Markthalle machen», sagt er. Er und sein Bruder Ulrich Kühni haben denn auch bereits eine Voranzahlung geleistet, seien aber mit dem Besitzer noch nicht handelseinig. Noch hat es keinen Sinn, das Geschäft weitertreiben zu wollen. Denn erst muss eine Frage geklärt werden, an der das ganze Projekt scheitern kann: die Frage der Zufahrt.

Es braucht eine neue Strasse

Heute wird die an der Emme liegende Reithalle Hübelischachen über ein Strässchen erschlossen, das bei der Holzbrücke in Schüpbach abbiegt. Die Abzweigung ist eng, die Strasse privat. Soll das Projekt Markthalle im Hübelischachen den Hauch einer Chance haben, muss von oben her eine neue Zufahrtsstrasse gebaut ­werden können. Diese würde über Landwirtschaftsland führen.

Deshalb wartet Ernst Kühni jetzt erst einmal auf Antworten vom Amt für Gemeinde und Raumordnung sowie vom kantonalen Amt für Landwirtschaft und Natur, bevor er die Pläne weiter voranbringt. Das Reithalle­areal selber liegt in einer Wohn- und Gewerbezone.

Noch viele Fragen offen

Ernst Kühni hofft, dass die kantonalen Ämter grünes Licht geben. Dann möchten er und sein Bruder Ulrich Kühni die Reithalle kaufen. Ihre Firma, die in Ramsei beheimatete Holzbaufirma Kühni AG, wäre in das Geschäft nicht involviert, betont Ernst Kühni. Sein Ziel wäre es, auf dem Areal eine dem Verband Markthalle Oberes Emmental entsprechende Infrastruktur mitsamt den benötigten Parkplätzen zu bauen und der Organisation zu verkaufen oder zu vermieten. Noch habe er mit dem Vorstand aber nicht konkret verhandelt, da zurzeit noch zu viele Fragen offen seien.

Ernst Kühnis Motivation, sich privat für einen neuen Markthalle-Standort zu engagieren, erklärt er mit den Worten: «Es kann einfach nicht sein, dass sich die Bauern und die SCL Tigers gegenseitig öffentlich bekämpfen.» Schliesslich habe es unter den Matchbesuchern viele Landwirte. Deshalb hoffe er, dass sich an geeigneter Lage eine neue Markthalle realisieren lasse und somit auch das zweite Eisfeld gebaut werden könne. Doch wenn das Projekt in Schüpbach an raumplanerischen Hürden scheitert, werden Ernst und Ulrich Kühni im Hübelischachen nichts investieren.

Keine Chance in der Ey

Definitiv zerschlagen hat sich inzwischen die Idee, auf dem Betrieb von Landwirt Simon Lan­genegger in der Langnauer Ey einen Bau zu realisieren, der den Bauern auch als Markthalle hätte dienen können. Selbst wenn er hauptsächlich landwirtschaftlich und nur an 25 Tagen im Jahr für die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte genutzt worden wäre, habe das Projekt aus raumplanerischer Sicht keine Chance, fasst Langnaus Gemeindepräsident Bernhard Antener zusammen. Das habe eine Zusammenkunft mit Vertretern des Kantons diese Woche klar gezeigt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.08.2017, 06:37 Uhr

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