Ende gut, vieles gut

Die SCL Tigers blicken auf eine Saison mit Höhen und Tiefen zurück. Sportchef Jörg Reber sieht die Langnauer auf dem richtigen Weg. Der nächste Schritt ist die Playoff-Qualifikation.

Ein Langnauer Makel: Mit Rob Schremp (im Bild), Chris DiDomenico und Brendan Shinnimin verliessen gleich drei Ausländer das Emmental.

Ein Langnauer Makel: Mit Rob Schremp (im Bild), Chris DiDomenico und Brendan Shinnimin verliessen gleich drei Ausländer das Emmental.

(Bild: Andreas Blatter)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Ende gut, alles gut? Jein. «Wir sind alle froh über diesen Abschluss», hält Jörg Reber fest. «Wir sind mit elf Punkten Vorsprung in die Zwischenrunde gegangen, haben dann die ersten drei Spiele souverän gewonnen, da darf man zufrieden sein», meint der Sportchef der SCL Tigers. Und doch gibt es ein Aber: Hätten die Langnauer den Saisonstart nicht verpatzt, dazu im Dezember und Januar keine Schwächephase eingezogen, wäre die Playoff-Teilnahme möglich gewesen. «Über die ganze Saison gesehen fehlte uns die Konstanz, diesbezüglich müssen wir den Hebel ansetzen», meint Reber.

Das Ausländer-Dilemma

Nun, die Langnauer blicken auf eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen zurück. Angefangen beim Auftakt, der mit neun Nieder­lagen in Folge – dem schlechtesten Saisonstart in der Vereinsgeschichte – gründlich missglückt ist. «Das hatten wir uns natürlich anders vorgestellt», sagt Reber. «Doch wir haben zum richtigen Zeitpunkt eine Korrektur vorgenommen.»

Heinz Ehlers erwies sich als Glücksfall für die SCL Tigers; er schaffte es, das verun­sicherte Team innert weniger Wochen zu stabilisieren, brachte es rasch vom Tabellenende weg. «Er hat einen grossen Anteil am vorzeitigen Ligaerhalt. Aber man darf nicht vergessen, dass die Mannschaft insgesamt einen grossen Schritt gemacht hat», betont Reber. «Alle haben am selben Strick gezogen, das war entscheidend, um da rauszukommen.» Dafür jedoch habe jeder Spieler sein Ego unterordnen, sich voll und ganz in den Dienst der Equipe stellen müssen.

Gelungen ist dies freilich nicht allen, womit wir bei den Aus­ländern wären. Brendan Shinnimin sah unter Ehlers keine Chance auf genügend Eiszeit, er wechselte deshalb Ende Dezember in die KHL. Rob Schremp verliess das Emmental zwei Monate später, weil er mit dem rauen Umgangston des Coaches nicht klarkam. Und vor der Zwischenrunde forcierte schliesslich Chris DiDomenico seinen Abgang, weil ihm ein Angebot aus der NHL unterbreitet worden war.

«Das ist eine gefährliche Tendenz, zumal nicht nur wir davon betroffen waren, bei Kloten etwa Tommi Santala davonlief», hält Reber fest. Gewiss müsse der Klub in einer solchen Situation dagegensteuern, «aber was bringt es, einen Spieler zu halten, der dann Unruhe in die Mannschaft bringt?» Bei der Spielersuche wird er auch künftig ein Augenmerk auf die Charaktereigenschaften legen. Doch Reber sagt klar: «Ich mache mir keine Illusionen. Solche Fälle wird es immer wieder geben. Deshalb muss sich die Nationalliga generell Ge­danken darüber machen, wie dies vermieden werden kann.»

Kein Druck

Bleibt nun nach dem Rück- noch der Ausblick: Hinsichtlich der nächsten Spielzeit hat der Langnauer Sportchef seine Aufgabe grösstenteils erledigt; zwei Torhüter, zehn Verteidiger und zwölf Stürmer figurieren im Kader. Nicht mehr dazuzählen wird Jewgeni Schirjajew, sein Agent hat die Offerte der Langnauer abgelehnt, den Center dürfte es nach Ambri ziehen.

Die Emmentaler werden überdies mit fünf Ausländern in die neue Saison starten; neben dem Verteidiger Ville Koistinen und den Stürmern Eero Elo und Eric Himelfarb will Reber noch je einen Center und einen Flügel verpflichten. Mittelstürmer Maxime Macenauer, der im Januar vom SCB zu den SCL Tigers gestossen ist, sei ein Kandidat, sagt der Sportchef. «Aber durch den frühzeitigen Ligaerhalt haben wir nun keinen Druck bei der Spielersuche.» Nicht verlängert wird im Moment der Vertrag mit Verteidiger Matt Lashoff.

Seit dem Aufstieg 2015 haben die SCL Tigers stets kleine Fortschritte gemacht, nach dem Sieg im Playout-Final vor Jahresfrist nun die Klasse souverän gehalten. «Wir sind auf dem richtigen Weg, wollen uns Schritt für Schritt weiter verbessern», sagt Reber. Was nach Rang 9 also die Playoff-Qualifikation bedeuten würde. «Das muss das Ziel sein.»

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