Zum Hauptinhalt springen

Eine Sause sondergleichen

Mit der Antrinkete am Mittwochabend begann die 15. Biker-Party der Dead Riders. Dieser erste Abend ist auch dazu gedacht, die Hunderte von Helferinnen und Helfern zu instruieren.

Noch dümpeln sich vor allem Einheimische auf der Wiese am Dorfrand. Ab Donnerstag werden dann aber bis zu 35'000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt erwartet.
Noch dümpeln sich vor allem Einheimische auf der Wiese am Dorfrand. Ab Donnerstag werden dann aber bis zu 35'000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt erwartet.
Daniel Fuchs
Nur Einzelne lassen sich von Bar-Chef Böbu instruieren.
Nur Einzelne lassen sich von Bar-Chef Böbu instruieren.
Daniel Fuchs
Um einen solchen Anlass zu stemmen braucht es natürlich Helfer. Rund 750 sind es – für sie ist die Antrinkete gedacht.
Um einen solchen Anlass zu stemmen braucht es natürlich Helfer. Rund 750 sind es – für sie ist die Antrinkete gedacht.
Daniel Fuchs
1 / 5

Abgeklärter kann man nicht wirken. Resu, Böbu, Ürsu, Steve, Bürki und wie sie alle heissen tun so, als organisierten sie hier ein kleines Vereinslotto und nicht ein Fest mit über 35'000 Besucherinnen und Besuchern. Aber vielleicht gehört eine gewisse Unerschütterlichkeit ja zu den Aufnahmebedingungen für diesen Klub.

Die Mitglieder der Dead Riders sind es, die diese Sause sondergleichen schon seit 1988 alle zwei Jahre aus dem Boden stampfen. In ihrer Freizeit wohlgemerkt. Rund drei Monate Vollzeit müsste einer allein arbeiten, um das Fest zu organisieren, sagt Urs Bürki, Chef Festwirtschaft.

Was als kleines Happening unter Biker-Freunden begann, ist unterdessen ein Anlass von zumindest kantonaler Bedeutung geworden: Die Biker-Party hat es auf die Liste der lebendigen Traditionen des Amtes für Kultur geschafft.

Traditionellerweise beginnt die Biker-Party mit der äusserst vielversprechend betitelten Antrinkete am Mittwochabend. Wie im Vorfeld von Dead-Riders-Mitglied Urs Eggimann zu vernehmen war, ist der Abend zum einen eine Einstimmung für die Einheimischen, zum anderen aber auch dazu da, um die Helferinnen und Helfer zu instruieren. Wie viele sind es denn? «Ja, so 750», sagt Eggimann.

Pünktlich um 19 Uhr ist im ­grossen Festzelt, wo die Unterweisung stattfinden soll, so gar nichts los. Auch eine und zwei Stunden später sieht es nicht anders aus. Irgendwann wird auch klar, wieso: weil diese Maschine auch so schon läuft wie geschmiert. 80 Prozent der Helfer sind seit vielen Jahren dabei. 400 von ihnen gehören über 20 Vereinen an, die hier ebenfalls seit Jahren involviert sind. Die Leute wissen längst, wie der Hase läuft.

Ganz selbstverständlich betreten sie das Festzelt, begrüssen einander freundlich, klettern auf die Bühne, holen sich ihre roten Festival-T-Shirts, einen Badge und ziehen wieder von dannen. Man merkt es gleich: Das ist eine eingeschworene Truppe. Urs Bürki sagt es so: «Unser Programm sind die Menschen. Wir sind eine Art Community, die sich einfach tipptopp versteht.»

Es sind nur Einzelne, die sich drüben im Barzelt in das Geschäft mit dem Hochprozentigen einführen lassen. Ab Donnerstagabend wird hier von sechs bis sechs Uhr in 4-Stunden-Schichten ausgeschenkt. «Keine Sorge», sagt Barchef Böbu, «es geht meist friedlich zu und her.»

Draussen auf der Wiese füllen sich derweil die Bänke. Der Zapfhahn im Bierzelt läuft bereits ununterbrochen. Ein Mann ist einzig und allein damit beschäftigt, Becher abzufüllen. Für die nächsten Tage kommt dann ein sogenannter Pitcherfüller zum Einsatz. Ein Gerät, das einen Bierbecher in sieben Sekunden auffüllt. Das scheint auch nötig: Bis zu 30'000 Liter Bier und ­zwischen 800 und 1000 Liter Schnaps werden in den nächsten Tagen über den Tresen gehen.

Aber gegessen hat man dann noch nichts. 1,2 Tonnen Pommes frites. 2000 Bratwürste. 120 Kilo Hackfleisch. 250 Kilo Rösti. 90 Kilo Speck. Auch diese Zahlen kennen die Organisatoren bereits auswendig. Schliesslich sind es seit zehn Jahren die gleichen eindrücklichen Mengen.

Natürlich sollte so viel wie möglich aus der Region kommen. Nur reicht das nicht, bei diesen Massen. So ist das Herkunfts­gebiet der Waren laut Urs Bürki immerhin noch «Europa».

Das halbe Dorf sitzt inzwischen bei schönstem Sonnenuntergang auf der Wiese hinter der Albiro AG. Erste röhrende Bikes sind zu hören. Auf der Bühne wird Linedance vorgetanzt. Hinten lodert ein riesiges Feuer.

Hier und da sieht man einen der Dead Riders gelassen über das Festivalgelände schreiten. So abgeklärt, wie man nur sein kann. Eine einzige Sorge ist in den Gesichtern zu erkennen. Immer dann nämlich, wenn der Blick, kurz, zum Himmel geht: das Wetter.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch