Eine Medaille für den Dienst am Wald

Langnau

Jahrzehntelang hat sich Walter Marti für den Plenterwald eingesetzt. Jetzt wurde er dafür ausgezeichnet.

Unermüdlich hat Walter Marti die Vorteile einer regelmässigen, aber schonenden Holzernte gepredigt.

Unermüdlich hat Walter Marti die Vorteile einer regelmässigen, aber schonenden Holzernte gepredigt.

(Bild: Marcel Bieri)

Es kostete ihn Mühe, Tränen der Rührung zurückzuhalten. Walter Marti bewegte es stark, als ihm Arthur Sandri als Präsident der Schweizerischen Stiftung Pro Silva Helvetica diese Woche die Kasthofer-Medaille überreichte.

Der 67-jährige Langnauer, der während über dreissig Jahren den Emmentaler Forstdienst geleitet hatte, nahm die Auszeichnung nicht als selbstverständlich hin. Doch für den Stiftungsrat ist Walter Marti «ein logischer Preisträger», wie Sandri an einer Feier im Langnauer Gibelwald betonte. 

Pro Silva Helvetica ist eine Stiftung, die sich der «Förderung der schweizerischen Waldwirtschaft in der Richtung des Plenterprinzips» verschrieben hat. Was das bedeutet, kann in 16 Porträts nachgelesen werden, eines davon hat Walter Marti verfasst.

Er, der sich während seiner Berufszeit als Oberförster und Dozent stets für eine natürliche und nachhaltige Waldbewirtschaftung eingesetzt hat. Dafür, dass die Waldbesitzer regelmässig einzelne Bäume aus dem Wald holen, damit junge Platz und Licht haben, um nachwachsen zu können. 

Weg- und Seilprojekte

«Der Plenterwald ist die ökonomisch und ökologisch richtige Betriebsart», wiederholte Marti auch mit der Medaille in der Hand. Weil diese aber nur funktioniert, wenn das Holz – wenn auch schonend – regelmässig genutzt werde, hat sich der Forstingenieur nicht nur in Beratungen und in der forstlichen Ausbildung dafür ausgesprochen.

Er habe auch mit der Bereitstellung der nötigen Infrastruktur zu einer massiven Steigerung der Holznutzung im Emmental beitragen, sagte Sandri. Laut ihm hat Marti mitgeholfen, rund 170 Wegprojekte und 1500 Seillinien zu realisieren.

Ohne diese Anlagen hätte in manchem entlegenen Wald kaum geholzt werden können. Zudem erwähnte Sandri die rund 500 Exkursionen, an denen Marti im In- und Ausland der naturnahen Behandlung der Wälder das Wort redete. 

«Für dieses Lebenswerk im Dienste des Waldes möchten wir ihm die Kasthofer-Medaille überreichen», schloss Sandri seine Laudatio. Walter Marti ist der 30. Preisträger, der vierte im Kanton und der zweite Emmentaler, der ausgezeichnet wurde. 2009 war diese Ehre dem pensionierten Röthenbacher Förster Ernst Kindler zugekommen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt