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Eine Investition in die Zukunft

Die Ruwa Drahtschweisswerk AG hat aufgerüstet und rechnet trotz durchzogenen Prognosen damit, Marktanteile zu gewinnen. Unterwegs im neuen Werk des Traditionsunternehmens.

Was passiert eigentlich in einem Drahtschweisswerk? Direktor Thomas Huldi und seine Mitarbeiter erklärten während des Rundgangs.
Was passiert eigentlich in einem Drahtschweisswerk? Direktor Thomas Huldi und seine Mitarbeiter erklärten während des Rundgangs.
Olaf Nörrenberg
Richten, zuschneiden, verschweissen: Die Arbeit der Schweissmaschine.
Richten, zuschneiden, verschweissen: Die Arbeit der Schweissmaschine.
Olaf Nörrenberg
«Armierungsnetze» war einmal. Heute heissen sie Bewehrungsmatten.
«Armierungsnetze» war einmal. Heute heissen sie Bewehrungsmatten.
Olaf Nörrenberg
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Die Lautstärke in der Halle steigt an, als sich die Besucher einer der fünf Maschinen nähern. Sie legen die Längs- und die Querstäbe per Computersteuerung aufeinander und schweissen sie zusammen. Fünf solcher Mattenmaschinen, drei Spezial- und zwei Lager­mattenmaschinen stehen hier, in der Ruwa Drahtschweisswerk AG.

Gegründet 1962 von der Familie Ruch aus Wasen, daher stammt auch ein Teil des Firmennamens, stellt das Unternehmen in Wasen bis heute Armierungsnetze für den Schweizer Markt und das grenznahe Ausland her.

Wobei man heute nicht mehr von Armierungsnetzen, sondern von Bewehrungsmatten spricht, wie Andreas Bühlmann vom Technischen Aussendienst auf dem Rundgang erklärt.

Am Tag der ­offenen Tür erhalten die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die Produktion dieser Matten. «Per Bahn wird der Walzdraht angeliefert», so Bühlmann. «Dann wird dieser kalt gewalzt und in der gewünschten Festigkeit profiliert.»

Das «Herzstück» des Betriebs

Noch lauter wird es im oberen Stock, wo die im März installierte neuste Lagermattenmaschine – oder präziser ausgedrückt: Vielpunkt-Widerstandsschweissmaschine – steht: das neue «Herzstück» des Betriebs. So nennt sie Betriebsleiter Rudolf Heiniger liebevoll.

«Diese Maschine ersetzt zwei alte, weil sie gleich­zeitig den Draht richten, zuschneiden und dann zu Netzen verschweissen kann», erklärt er einem faszinierten Publikum. Hundert Servomotoren seien für Antrieb und Steuerung der mehr als 4 Millionen Franken teuren Anlage zuständig. In der Minute könne sie 140 bis 150 Takte schweissen. Ausserdem zeichne sich das «Herzstück» aus durch extrem kurze Umrüstzeiten, was die Produktion extrem beschleunige.

Weltweit sind laut Heiniger erst vier dieser Maschinen der Firma Schlatter im Einsatz: Zwei in Malaysia, eine in Israel und, eben, seit März auch eine in Sumiswald. Aktuell werde die Maschine nach der Installation eingefahren.

Sämtliche Arbeiten ­seien übrigens bei laufendem Betrieb ohne Einschränkung der Geschäftstätigkeit ausgeführt worden, erzählt der Betriebsleiter weiter. «Einzig ein Strom­ausfall wie am letzten Donnerstag kann die Maschine bremsen», erinnert er sich und lacht. Bei ­diesem Stromverbrauch sei auch ein Notstromaggregat sinnlos.

Optimistisch für Zukunft

Ruhiger wird es im Lagerbereich, der über eine Lagerkapazität von 10'000 Tonnen verfügt. Der Vertrieb der Produkte läuft praktisch ausschliesslich über verschiedene Stahlhändler.

Geschäftsführer Thomas Huldi blickt zuversichtlich in die Zukunft. Er rechnet damit, dass die Ruwa «trotz einer voraussicht­lichen Abschwächung der Bau­tätigkeit in der Schweiz» Marktanteile gewinnen kann.

Die Un­ternehmung habe sich auf dem Baumarkt als zuverlässiger Partner etabliert. Neben Armierungsnetzen produziert die Ruwa Anschlussbewehrungen, Distanzhalter in allen Variationen und stellt als Nebenprodukt aus verzinktem Draht auch Steinkörbli her.

Aktuell arbeiten 92 Angestellte bei der Ruwa, je nach Saison im Zwei- oder Dreischichtbetrieb. Darunter übrigens auch zwei Lokomotivführer, die mit der alten Rangierlokomotive pro Jahr rund 1200 Wagen Walzdrähte vom Bahnhof Sumiswald an den Firmenstandort transportieren. Dies übrigens seit rund 20'000 Tagen, also seit der Gründung. Tradition und Moderne, made im Emmental.

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