Ein Vogelhaus für den Hamster

Utzensdorf

Am Chlousefest in der Wildstation Landshut konnten die Kinder Vogelhäuschen basteln. Ein solches muss nicht zwingend als Futterstelle für die gefiederten Freunde genutzt werden.

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Jacqueline Graber

Mit einem Akkubohrer zieht der achtjährige Swen Werz eine Schraube an. «Das hast du gut gemacht», lobt Morris Lüthi. Er ist Praktikant bei der Stiftung Wildstation Landshut, Utzenstorf und hilft am Chlousefest am Sonntag den Kindern bei der ­Herstellung von Vogelhäuschen.

Nach gut einer Viertelstunde haben die beiden die sechs Bauteile zusammengeschraubt: Das Vogelhäuschen steht. Nun kommt der Feinschliff. Swen, der mit seiner Mama Natascha aus Ostermundigen angereist ist, schleift mit einer Feile die Kanten. Bald einmal wechselt er zu Schleifpapier. «So geht es besser», sagt er.

Auch Benjamin Bracher aus ­Aefligen ist mit seinen Eltern in der Chlousewerkstatt anzutreffen. Sein Ziel ist nicht ein Vogelhäuschen. «Wir haben schon eines.» Er sitzt an einem Tisch, wo es Packungen Modelliermasse hat. Mit dieser können die Kinder Insektenunterschlüpfe herstellen.

Der Fünfjährige beginnt, mit einem Kuchenroller die Masse zu bearbeiten. Benjamin will das Insektenhaus daheim im Garten aufstellen. Auch Swen Werz weiss genau, wohin das Vogelhäuschen kommt. «Ich werde es meinem Goldhamster in den Käfig stellen», sagt er und strahlt dabei über das ganze Gesicht.

Toast, Rosinen und Nüsse

Zwar werden die Lebens­gewohnheiten von Hamstern an diesem Tag nicht thematisiert, dafür die Fütterung der Vögel. Die Biologin Sandra Sacher hat auf einem Tisch Schälchen mit Haferflocken, Nüssen, Rosinen und Toast aufgestellt. «Brot eignet sich nicht zur Fütterung.»

Zumal es zu wenig Energie liefere. Besser sind Futterknödel aus Rinderfett. Bei der Futterwahl wird auch unterschieden zwischen Körner-, Weichfutter- oder Allesfresser. «Körnerfresser erkennt man an den dicken Schnäbeln», erklärt Sacher. Dazu zählen der Buchfink, der Sperling sowie der Dompfaff. Die Amsel fresse alles. «Als zusätzliche Nahrungsquelle kann man für die Amseln alte Äpfel verwenden.»

Bei der Standortauswahl des Obstes müsse man jedoch vorsichtig sein, ebenso beim Aufhängen der Vogelhäuser. «Wichtig ist, dass die Vögel freie Sicht von ­allen Seiten und Fluchtwege ­haben.»

Weiter betont Sacher, dass die Fütterung von Vögeln bei Dauerfrost, Eisregen oder geschlossener Schneedecke eine Überlebenshilfe sei. Und der Futter­bedarf am frühen Morgen, nach einer langen, kalten Nacht, am grössten sei. «Das Füttern der ­Vögel hat auch einen Bildungs­aspekt. Das Beobachten der Tiere beim Fressen bringt einem die Vogelwelt näher.»

Nicht empfehlenswert hingegen sei die Winterfütterung von Greifvögeln und Eulen. «Diese Aufgabe sollte man Mitgliedern von Vogelschutzvereinen überlassen», so Sacher.

Als Futter eigne sich rohes, mageres Muskelfleisch. Es sollte auf einer Holzplattform auf einem Pfahl, der die Schneedecke 1 bis 2 Meter überragt, hingelegt und mit Drähten fixiert werden. Diese verhindern, dass Reste zu Boden fallen und Füchse, Dachse oder Katzen anlocken.

Das Chlousefest in der Wildstation Landshut fand heuer bereits zum vierten Mal statt. Betriebsleiterin Ulrike Cyrus-Eulenberger zeigte sich zufrieden. «Es wurden viele Fragen gestellt.» Geschätzte 400 Besucher aus der ganzen Schweiz nahmen am ­Anlass teil.

Berner Zeitung

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