Ein Meer aus Gerüsten

Rüegsauschachen

Die Bauarbeiten auf der Gerbematte schreiten planmässig voran. Zwei Gebäude stehen bereits, die Dimensionen des Grossprojektes werden nun sichtbar. In einem Jahr ziehen die ersten Mieter ein.

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Dass die Überbauung Gerbematte das wohl grösste Bauprojekt in der Geschichte der Gemeinde Rüegsau ist, dürfte vielen Gästen bekannt gewesen sein. Schliesslich befanden sich etliche Be­hördenmitglieder unter ihnen. Auf Einladung der Bauherrschaft durften sich rund 30 Personen mit eigenen Augen von der immensen Dimension der Baustelle überzeugen.

62 alters- und familiengerechte Wohnungen sowie 10 Gewerberäumlichkeiten lassen Peter und Regina Blaser vom weltweit tätigen und in Rüegsauschachen ansässigen Schmiermittelunternehmen bauen. Zwei der insgesamt vier Gebäude stehen bereits. Die ersten Wohnungen sollen in einem Jahr bezugsbereit, 2018 soll das Vorhaben vollendet sein. Die Verantwort­lichen versicherten: Man sei auf Kurs.

Nur Mietwohnungen

Die Gruppe bahnte sich ihren Weg vorbei an einer tiefen Baugrube durch einen Wald von unzähligen Gerüststangen zum am weitesten fortgeschrittenen Bau. Der Aufstieg über das Aussen­gerüst erforderte anschliessend etwas Schwindelfreiheit.

Auf dem Dach erklärte Architekt Jürg Vogel, weshalb die Wohnungen trotz der allgemein regen Bautätigkeit Anklang finden werden. «Wir bauen hier reine Mietwohnungen.» Das sei selten, denn derzeit würden vor allem Eigentumswohnungen gebaut – «eine nicht unbedingt gesunde Entwicklung».

Gerade im Bereich der Seniorenwohnungen aber seien Mietobjekte durchaus gefragt, schliesslich gebe es in diesem Bereich naturgemäss immer wieder Wechsel. «Dazu kommt, dass wir im Bereich der Alterswohnungen von der Infrastruktur des angrenzenden Altersheims profitieren.» Bauherr Peter Blaser erklärte, dass er schon zahlreiche Anfragen für die Wohnungen erhalten habe.

Doch nicht nur für ältere Semester, sondern auch für die Jüngsten soll auf der Gerbematte Platz geschaffen werden. Seit längerem wird über den Bau einer Kindertagesstätte diskutiert. Die Gemeinde jedoch hat verlauten lassen, dass sie sich finanziell nicht engagieren will. Architekt Jürg Vogel ist dennoch optimistisch, dass die Kita dereinst Tatsache wird. «Wir werden uns in dieser Sache nochmals an die Gemeinde wenden.»

Grundwasser als Chance

Jürg Vogel wies auch auf einige Besonderheiten der Baustelle hin. Das Fundament der Gebäude zum Beispiel liege unterhalb des Grundwasserspiegels. Das bedeute, dass man noch bis Januar ständig Wasser wegpumpen müsse. «Danach sind die Bauten schwer genug, dass sie nicht mehr auf dem Grundwasser schwimmen.» Der Architekt betonte aber auch, dass das Wasser nicht nur eine Herausforderung sei.

Es helfe auch bei der Wärmeregulierung, denn es sei konstant elf Grad warm. Mittels Röhren leite man die Luft durch das Wasser. «Im Winter kann diese so auf immerhin elf Grad vorgeheizt werden.» Im Sommer mache man sich den gleichen Effekt zum Kühlen zunutze. Aus diesem Grund sei die Überbauung sehr energieeffizient, «besser als Minergiestandard».

Für allgemeines Staunen sorgte die Aussage des Architekten, dass er nicht weniger als 700 verschiedene Baupläne verwende. Bestanden noch Zweifel an der Komplexität der Baustelle, so waren sie spätestens jetzt ausgeräumt.

Berner Zeitung

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