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Ein kurzes Gastspiel

Oliver Grossen wollte mit mediterraner ­Küche neuen Wind ins Langnauer Schwimmbadrestaurant bringen. Doch das Konzept ging nicht auf. Er hört nach nur einem Jahr auf.

Zu wenig Betrieb: Aufwand und Ertrag stimmen für den aktuellen Betreiber des Badirestaurants nicht überein.
Zu wenig Betrieb: Aufwand und Ertrag stimmen für den aktuellen Betreiber des Badirestaurants nicht überein.
Daniel Fuchs

So hatte es sich Oliver Grossen nicht vorgestellt. Zwar floriert an heissen Sommertagen das Badirestaurant, ansonsten hält sich die Zahl der Gäste jedoch in Grenzen. «Es gibt Tage, an denen wir nur 20 Menüs verkaufen.» Dementsprechend gering seien die Einnahmen. Aus diesem Grund haben Oliver Grossen und seine Frau Imane den Mietvertrag mit der Gemeinde für das Schwimmbadrestaurant in Langnau bereits wieder gekündigt. Grossens hören nach nur einem Jahr im September auf.

Dabei hatte alles so hoffnungsvoll begonnen: Als die vorherige Betreiberin Beatrice Ramseier nach vielen Jahren aufhörte, schrieb die Gemeinde Langnau die Pacht aus. Das Ehepaar Grossen reichte ein Konzept ein und bekam den Zuschlag. Die Idee: mediterrane Küche.

Zu jener Zeit führte Imane Grossen in Langnau ein kleines Spezialitätengeschäft mit Bistro, das mittlerweile geschlossen ist. Zu kaufen gabs unter anderem Speisen aus ihrem Heimatland Marokko wie auch Biogemüse und Wurstwaren aus der Region. Ein Teil der Lebensmittel für das Restaurant wurde hier bezogen.

Wieder Poulet-Nuggets

Doch der Plan mit der mediterranen Küche ging nicht auf: Die Gäste bestellten lieber Pommes und Hamburger statt Couscous-Gerichte. «Aus diesem Grund ­haben wir bereits nach kurzer Zeit wieder Snacks wie Poulet-Nuggets und Fischknusperli angeboten», erklärt Oliver Grossen. Trotz Korrekturen blieb der erhoffte Erfolg aus.

Grossen führt das Fehlen der Gäste zu einem Teil auf die Infrastruktur im Restaurant und im Hallenbad zurück. Diese sei ziemlich in die Jahre gekommen. «Die Leute wollen Neues, Modernes.»

Dieser Aussage kann der zuständige Gemeinderat Bernhard Gerber (SVP) nur bedingt zustimmen. Er möchte nicht alle Probleme mit der Infrastruktur abtun. «Ein Schwimmbadrestaurant zu führen, ist ein Spezial­gebiet. Das wurde unter Umständen unterschätzt.»

Befristete Verträge

Neun Teilzeitangestellte beschäftigt das Ehepaar Grossen. Dazu gehört auch die vorherige Pächterin Beatrice Ramseier, die zu 70 Prozent angestellt ist und über das Wirtepatent verfügt. Denn Oliver und Imane Grossen besitzen keines. «Alle Mitarbeiter sind mit befristeten Verträgen auf Ende August angestellt», erklärt Oliver Grossen und fügt hinzu, dass auch seine Frau und er sich ab Herbst neu orientieren werden. In welche Richtung es gehen wird, wissen der IT-Fachmann und die Juristin noch nicht.

Klarheit hingegen herrscht bei der Nachfolge des Badibeizli. «Wir haben bereits jemanden ­gefunden, der ab Oktober das Restaurant führen wird.» Einen Namen darf Clemens Friedli, stellvertretender Gemeindeschreiber von Langnau, jedoch nicht nennen; dies, weil der Vertrag noch nicht unterzeichnet ist. Das werde aber in absehbarer Zeit geschehen, sagt Friedli.

Die Frage, ob allenfalls die SCL Tigers, die bei der letzten Ausschreibung auch Interesse zeigten, den Betrieb übernehmen werden, beantwortet Clemens Friedli mit einem Nein.

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