Ein Fahrrad zum Beispiel für den Pizzakurier

Burgdorf

Velohändler Toni Durrer hat mit seinem Kollegen, dem Rahmenbauer ­Christian Hadorn, ein Cargo­bike gebaut. Das Ziel der beiden: ein umweltfreundliches Transportmittel aus ­lokaler Produktion.

Das Transportvelo von Toni Durrer ist vielseitig einsetzbar und wird auf Kundenwunsch hergestellt.

Das Transportvelo von Toni Durrer ist vielseitig einsetzbar und wird auf Kundenwunsch hergestellt.

(Bild: Thomas Peter)

Tobias Granwehr

Bis zu 200 Kilogramm können mit dem neuen Fahrzeug von ­Toni Durrer und Christian Hadorn transportiert werden – und das auf umweltfreundliche Art mit drei Rädern und einem Elektromotor. Ein Dreivierteljahr lang arbeiteten die beiden an ihrem Prototyp.

Jetzt ist das Cargo­bike fertig und kann bei Toni Durrer besichtigt und auch Probe gefahren werden. Er betreibt an der Mühlegasse in Burgdorf seit eineinhalb Jahren das Velogeschäft Rad-Werk. Christian Hadorn baut in seinem eigenen Betrieb in Spiez Rahmen für unterschiedlichste Fahrzeuge.

Geringer Betriebsunterhalt

«Ein Velo ist etwas Simples, das in der komplexen Verkehrswelt für Entlastung sorgen kann», erklärt Durrer. Denn mit einem Fahrrad ist man gerade in Städten schneller unterwegs als mit dem Auto. Durrer und sein Kollege haben nun ein Fahrzeug gebaut, das nicht nur schnell ist, sondern auch Waren transportieren kann.

Durrer streicht die «vielseitigen Einsatzmöglichkeiten» heraus: Es sei geeignet für Familien, Wohngemeinschaften oder auch Kleinbetriebe. «Für einen Pizzakurier wäre es zum Beispiel denkbar.» Für das Cargobike brauche es zudem keine Parkplätze und der Betriebsunterhalt sei im ­Vergleich zu einem Auto gering, sagt er.

Das elektrobetriebene Transportvelo von Durrer und Hadorn ist nicht das erste dieser Art auf dem Markt. Doch im Gegensatz zu serienmässigen Produkten sei dieses ein individuelles aus lokaler Herstellung. «Wir haben lange am Fahrgestell herumgetüftelt, haben immer wieder optimiert und justiert», so Durrer.

Der Rahmen sei schliesslich die Basis des Bikes. Nun sind die beiden glücklich mit dem Resultat. Damit es auch Waren transportieren könne, habe das Velo einen leistungsstarken Motor.

Dank dem Akku mit 48 Volt und 500 Watt erreiche man eine Geschwindigkeit von etwa 25 Kilometern pro Stunde. Damit weist das Cargobike laut Durrer die höchste Kapazität aus, ohne dass es eine gelbe Nummer benötigt wie Mofas.

Der Preis eines Cargobikes aus dem Hause Rad-Werk beträgt 6100 Franken. Das liege zwar ­etwas über dem Durchschnitt ­solcher Velos, sagt Durrer, betont aber: «Ein abgehobener Preis ist das nicht. Denn das Cargobike wird nicht serienmässig gebaut, sondern auf Wunsch des Kunden.»

Holz oder Aluminium

Bei der Herstellung seien sie flexibel. Breite, Länge und Höhe könnten angepasst werden. Selbstverständlich immer unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Auch was die Transportfläche betrifft, ist Verschiedenes möglich.

Durrer sagt, ein Holzaufbau sei genauso machbar wie einer aus Aluminium. Dafür werde er auf externe Firmen zurückgreifen. Alu sei ideal, weil es leicht und wetterfest sei.

Als technische Raffinesse hebt der Burgdorfer Velomechaniker zudem die hydraulische, arretierbare Bremse hervor. Sie sorgt dafür, dass das Rad beim Beladen stabil steht und nicht wegrollt. Rollen soll das Cargobike dafür mit der Ladung. Und wer lange genug auf den kleinen «Gashebel» an der Lenkstange drückt, muss nicht einmal mehr selber in die Pedale treten.

Berner Zeitung

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