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Ein Auftrag für über 10 Millionen

In den nächsten drei Jahren will die Post 311 Filialen neu einrichten. Den Zuschlag für diesen Grossauftrag erhielt die Schreinerei Röthlisberger AG. Es ist der grösste ihrer Geschichte.

Adrian Röthlisberger kann sich wie über ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk freuen.
Adrian Röthlisberger kann sich wie über ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk freuen.
Thomas Peter

Es ist nicht so, dass die Schreinerei in der Vergangenheit kleine Brötchen gebacken hätte. Die Röthlisberger AG ist es sich inzwischen gewohnt, grosse Projekte auszuführen. So hat sie letzthin etwa einen Auftrag im Umfang von 3,3 Millionen Franken für den Ausbau des Schulhauses Marzili erhalten, der bis Ende Mai 2019 erfüllt sein muss. Oder am Guisanplatz, wo der Bund nächstes Jahr ein neues Verwaltungszentrum in Betrieb nehmen wird, ist es auch der Emmentaler Betrieb, der dazu auserwählt wurde, Türen und Wände herzustellen.

Vor zwei Jahren war noch die Rede von einem 6,5-Millionen-Franken-Projekt, inzwischen habe es sich auf gut 8 Millionen ausgedehnt, sagt Adrian Röthlisberger. Als Vorsitzender der Geschäftsleitung ist er es inzwischen gewohnt, mit grossen Zahlen umzugehen.

Keine reine Preisfrage

Doch diese Woche hat es ihm «fast den Atem genommen». Denn jetzt darf die Schreinerei im Auftrag der Post für 10,2 Millionen Franken bauen. Sie soll dafür sorgen, dass 311 Filialen neu eingerichtet werden. Dass seine Firma diesen grössten Auftrag ihrer 58-jährigen Geschichte erhalten würde, damit habe er nicht rechnen können, sagt Adrian Röthlisberger. Denn immerhin habe es sich um eine WTO-Ausschreibung gehandelt, bei der auch Konkurrenten aus dem Ausland teilnahmen. Elf Firmen haben sich um das Postprojekt beworben.

«Wir waren nicht die günstigsten», weiss der Emmentaler. Der Preis gewichtete gemäss der Ausschreibung zu 60 Prozent. Mit 35 Prozent nicht unbedeutend war die Frage, ob die Anbieter die technischen Anforderungen erfüllen würden. «Offenbar erkennt man es langsam, dass der günstigste Anschaffungspreis längerfristig nicht immer am günstigsten kommt», sagt der Chef über 120 Mitarbeiter. Er freut sich, dass die von seinem Vater gegründete Firma mit anderen Faktoren habe punkten können.

Jetzt wird man sich in der Röthlisberger AG also daranmachen, für die Post im grossen Stil Schalter, Theken und Ladenmöbel herzustellen. Ist das überhaupt möglich, in einem Betrieb, der in den letzten Jahren den Personalbestand verdoppelt hat und seit Jahren aus allen Nähten platzt? Zusätzliche Stellen müssten nicht geschaffen werden, sagt Adrian Röthlisberger.

Das heutige Personal könne den Auftrag bewältigen, da er über drei Jahre laufe. Doch der Platz wird noch knapper. Deshalb werde die Schreinerei an zentraler Stelle in Autobahnnähe ein Lager für die fertigen Möbel mieten und sie von dort durch ein Logistikunternehmen zu den Filialen transportieren lassen. Produziert werden sie aber allesamt in Schüpbach und von den Emmentaler Fachleuten montiert. Röthlisberger freut sich über das vorzeitige Weihnachtsgeschenk: «In den nächsten drei Jahren haben wir im Segment Firmenkunden eine schöne Grundauslastung für unsere 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.»

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