Die Spätfolgen eines Brandes

Rüderswil

Als es vor acht Monaten in einer Garage auf dem Bärgli in Rüderswil brannte, entstand ein Schaden, der lange nicht entdeckt wurde. Jetzt wird ein Graben ausgebaggert.

Aus dem Hirzengräbli wird kontaminiertes Material abgeführt.<p class='credit'>(Bild: Thomas Peter)</p>

Aus dem Hirzengräbli wird kontaminiertes Material abgeführt.

(Bild: Thomas Peter)

Diese Schweissarbeiten zogen einen Rattenschwanz von Problemen nach sich. Ein Mann – es war nicht der Garageninhaber – führte sie zwar in dafür ein­gerichteten Räumen aus. Aber er ging nicht fachgemäss vor, weshalb am 16. Juli 2016 auf dem Bärg­li ob Rüderswil ein Brand ausbrach. Der Betrieb und die darüberliegende Wohnung brannten vollständig aus. Rund achtzig Angehörige der Feuerwehren Regio Langnau und Eggiwil sowie der Berufsfeuerwehr Bern hatten dies nicht verhindern können. Die Polizei erwähnte damals auch eine verletzte Person, die ins Spital hatte ­gebracht werden müssen.

Im Juli 2016 brantte die Garage auf dem Bärgli komplett nieder. Bild: zvg

Für den Mann, der sich am Unterboden eines Auto zu schaffen gemacht hatte, folgte nach dem Schock ein juristisches Nachspiel. Gegen ihn wurde laut der Staatsanwaltschaft ein Strafbefehl erlassen wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst. Er habe die Strafe akzeptiert, teilt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit.

Tote Fische im Teich

Doch damit war der Fall noch nicht erledigt – jedenfalls nicht für die Fische, die ein Privater weiter unten in einem Feuerwehrteich gehalten hatte. Laut Christoph Küng vom kantonalen Fischereiinspektorat fanden die Bachforellen den Tod. Ob wegen des Löschschaums, der den Hirzengraben hinuntergeflossen war, oder wegen ausgetretenen Heizöls, weiss er nicht. Der Hirzengraben sei eine Abflussrinne und zähle nicht zu den Fischgewässern. Es wären auch keine Fische zu Schaden gekommen, wenn nicht jemand solche im Auffangteich der Feuerwehr ausgesetzt hätte.

Für 120'000 Franken sanieren

Schon zum Zeitpunkt des Brandes seien «gewisse Verunreinigungen im Bach» festgestellt worden, schreibt die Gemeinde Rüderswil in einer Pressemitteilung. Aber Fachleute seien davon ausgegangen, dass sich der Graben von allein erholen werde. Erst später wurde das ganze Ausmass der Verschmutzung erkannt. Für die Fachleute des kantonalen Amts für Wasser und Abfall (AWA) «handelt es sich hier um eine ausserordentliche und ungewöhnliche Situation», erklärt Patrick Locher, Fachbereichsleiter Industrie, Gewerbe, Tankanlagen. Das Heizöl sei in den mit Wasser gesättigten Bereich des Baches, in die Bachsohle und ins Ufer, eingedrungen und habe sich dort festgesetzt, der biologische Abbau habe nur ungenügend stattgefunden.

Im Auftrag des AWA wird das unscheinbare Gräbli nun ausgebaggert. Das kontaminierte Material wird entfernt und entsorgt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende März. Laut Locher wird mit Gesamtkosten von 120'000 Franken gerechnet. Die Abrechnung werde danach über die Gebäudeversicherung des Kantons Bern abgewickelt. Diese wiederum werde die Kosten bei den Pflichtigen beziehungsweise deren Versicherungen einfordern, beschreibt Locher das Vorgehen.

Berner Zeitung

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