Die SP vor dem Stresstest

Für keine andere Partei halten die kommenden ­Wahlen so viele Unwägbarkeiten bereit wie für die Sozialdemokraten. Denn ihr bisheriges Zugpferd Bernhard Antener zieht nicht mehr.

Niklaus Müller (SP) will seinen Parteikollegen Bernhard Antener im Amt des Gemeindepräsidenten ablösen.

Niklaus Müller (SP) will seinen Parteikollegen Bernhard Antener im Amt des Gemeindepräsidenten ablösen. Bild: Thomas Peter

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«Historischer Sieg für die SP» titelten wir vor 4 Jahren nach den Gemeinderatswahlen. Erstmals präsentierte sich die SP in Langnau als wählerstärkste Partei. Beinahe hätte sie durch ein Restmandat zu ihren 3 Sitzen noch einen 4. Sitz dazugewonnen. Gar so frech, jetzt 4 Mandate anzustreben, ist die Parteileitung nicht.

Ihr Ziel sei es, das Gemeindepräsidium zu verteidigen, die 3 Sitze im Gemeinderat zu halten und im Grossen Gemeinderat 13 Sitze zu erzielen, sagt Wahlleiter Christian Oswald. Das ist ein hohes Ziel. Denn zum ersten Mal nach 24 Jahren tritt Gemeindepräsident Bernhard Antener nicht mehr zu den Wahlen an. Die Stimmen, die er seiner Partei jeweils von ausserhalb der SP beschert hat, werden fehlen.

Bekannte Namen

«Das Zugpferd Antener werden wir sicher vermissen», sagt Oswald, zeigt sich aber gleichzeitig überzeugt: «Wir sind bereit für die Ära nach Antener.» Die beiden bisherigen Gemeinderätinnen Susanne Kölbli und Renate Strahm stellen sich der Wiederwahl. Zudem sind es mit dem Ex-Journalisten Martin Lehmann, der Hausärztin Danielle Lemann und dem Gewerkschafter Nazim Rexhepi keine Unbekannten, die für einen Sitz im Gemeinderat kandidieren.

Doch vor allem ist es Niklaus Müller, der auf den Einzug in die Exekutive hofft. Sein Name wird mit jenen der Bisherigen denn auch kumuliert aufgeführt. Denn mit Müller hat die SP besonders hohe Ambitionen. Er soll nicht bloss in den Gemeinderat. Er ist es auch, mit dem sich die Partei das Gemeindepräsidium sichern will.

Was die Besetzung des Gemeinderats betrifft, erhalten die Sozialdemokraten Unterstützung von den Grünliberalen. Sie sind mit der SP eine Listenverbindung eingegangen, in der Hoffnung, allenfalls über ein Restmandat einen Rechtsrutsch verhindern zu können, wie GLP-Präsident Sam Brechbühl erklärte (wir berichteten).

Ohne die Grünen

Wenn Christian Oswald sagt, die SP wolle im Parlament 13 Sitze erreichen, ist auch das kein unbescheidenes Ziel. Aktuell ist die Partei im Grossen Gemeinderat mit 11 Personen vertreten. Respektive mit 12. Denn auch der eine Sitz, den die Grünen vor 4 Jahren erzielt hatten, gehört heute faktisch der SP. Dies, weil Mandatsträgerin Elsa Reimann in der Zwischenzeit von den Grünen zur SP gewechselt hat. Letztere wird ihren 13. Sitz nun ohne Mithilfe der Grünen erreichen müssen, denn diese treten gar nicht erst zu den Wahlen an. Grund zum Optimismus hat die SP trotzdem: Sie ist die einzige Partei, die für das 40-köpfige Parlament 40 verschiedene Kandidierende präsentieren kann. 11 Bisherige treten wieder an.

Die Kandidierenden der SP:

Gemeindepräsidium: Niklaus Müller.
Gemeinderat: Renate Strahm, Susanne Kölbli (beide bisher), Niklaus Müller, Martin Lehmann Wyss, Danielle Lemann, Nazim Rexhepi.
Grosser Gemeinderat: Stefanie Strahm, Ernst Rutschi, Hans Ulrich Albonico, Agatha Aschwanden Schweizer, Silvia Röthlisberger, Christian Oswald, Renato Giacometti, Rachel Hasler, Stefan Baumgartner, Nazim Rexhepi, Elsa Reimann (alle bisher), Janosch Lehmann, Florian Burkhalter, Thirugnanam Ramesh, Barbara Bruderer, Sabina Horst, Daniela Bärtschi Lopez Zequera, Florian Haldemann, Walter Hofstetter, Margrit Hüberli, Sandra Aebersold, Walter Krähenbühl, Gunaseeli Kandiah, Brigitte Scheidegger, Thomas Schilt, Ursula Kocher, Doris Barth, Salome Maurer, Frédéric Imber, Judith Peter, Martin Lehmann Wyss, Beatrice Schneider Wittwer, Birka Junker, Peter Glauser, André Dysli, Nemara Duggan, Claudia Gersch, Barbara Ighodaro, Brigitte Diaz Roca, Michaela Liniger.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.10.2017, 15:32 Uhr

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