Die SP bleibt Stapi

Burgdorf

800 Stimmen Vorsprung: Stefan Berger (SP) hat das Rennen ums Stadtpräsidium unerwartet klar für sich entschieden. Für seinen Herausforderer Francesco Rappa (BDP) war es nach 2008 die zweite Niederlage.

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Philippe Müller

Schnell, schneller, Burgdorf: ­Bereits um 13.54 Uhr stand am Sonntagnachmittag fest, dass die SP das Stadtpräsidium für mindestens weitere vier Jahre behalten darf. Stefan Berger heisst der Nachfolger von Elisabeth Zäch.

Der bisherige Stadtrat holte 2660 Stimmen und damit gar noch 41 mehr als Zäch bei ihrer Wahl 2008. «Ich bin extrem glücklich und freue mich auf die Herausforderung», sagte Berger un­mittelbar nach der Wahl. Dass er seinen Konkurrenten Francesco Rappa (BDP) so deutlich hinter sich lassen würde, «hätte ich nie, nie erwartet».

Berger versteht sein exzellentes Abschneiden auch als Dank der Wählerschaft für sein Engagement zugunsten der Stadt. Er präsidiert den Alt­stadtleist und wirkt im OK des Burgdorfer Stadtlaufs mit.

Stefan Berger: «Ich bin ein Mann vom Volk – nicht nur während des Wahlkampfs.» Video: Martin Bürki

Bürgerliche nicht einheitlich

Rappa kam auf 1864 Stimmen. Das sind 132 weniger als bei seiner Kandidatur 2008. Das ist eine Überraschung und eine Ent­täuschung für Rappa. Immerhin hat er inzwischen als Kampagnenchef das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2013 nach Burgdorf geholt.

Man rechnete damit, dass dies Rappa etliche Zusatzstimmen einbringen würde. Er räumte ein, dass ihn sein Ergebnis etwas ernüchtert. Gleichzeitig freute er sich aber über seinen gewonnenen Sitz im Gemeinderat.

Für Rappas schlechteres Abschneiden gibt es vorab drei mögliche Erklärungen: Erstens traten dieses Jahr im Gegensatz zu 2008 nicht nur zwei, sondern drei Personen zur Wahl an. Das heisst, dass sich die Stimmen auf mehrere Köpfe verteilten. Zweitens lässt Rappas Resultat den Schluss zu, dass die bürgerlichen Wähler nicht als Einheit auftraten.

Im Vorfeld hatten selbst bürgerliche Politiker auf Facebook und in Inseraten wegen ihrer persönlichen Beziehung zu Stefan Berger dazu aufgefordert, den Sozialdemokraten zu wählen. «Es ist, wie es ist», sagt Rappa dazu knapp.

Drittens war es bestimmt nicht zu Rappas Vorteil, dass er nach dem völlig überraschenden Rückzug von FDP-Mann Peter Urech im Spätsommer erst sehr spät ins Stapi-Rennen gestiegen ist. «Es war tatsächlich nicht so einfach, in so kurzer Zeit eine Kampagne auf die Beine zu stellen.»

Chancenlos war wie erwartet die Parteilose Cornelia Weber, die sich ebenfalls für das Stadtpräsidium beworben hatte. Sie holte immerhin 484 Stimmen. «Ich finde das kein schlechtes ­Resultat», sagte sie. «Klar ­hätte ich Freude gehabt, wenn es geklappt hätte. Enttäuschung ist aber keine da.»

Lesen Sie alles zu den Burgdorfer Wahlen in unserem Livetickernach - inklusive Videointerviews.

Berner Zeitung

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