Oberburg

«Die Situation ist fragil»

Oberburg Die Giesserei Hegi produziert in einem schwierigen Marktumfeld, sie hält aber am Produktionsstandort im Emmental fest.

<b>Der CEO und der Modellbauer:</b> André Wössner (links) und Daniel Brügger sind mit dem Baufortschritt im ehemaligen Brandobjekt zufrieden.

Der CEO und der Modellbauer: André Wössner (links) und Daniel Brügger sind mit dem Baufortschritt im ehemaligen Brandobjekt zufrieden. Bild: Marcel Bieri

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Bald erinnert nichts mehr an das Feuer, das am 1. November 2017 die Abteilung Modellbau der Giesserei Hegi in Schutt und Asche gelegt hatte. «In wenigen Wochen wird der Modellbau wieder dort sein, wo er bis zum Brand war», sagt André Wössner und ergänzt, «das Objekt wird dann totalsaniert sein.»

Der Geschäftsleiter und Inhaber des 1868 an der Emmentalstrasse in Oberburg gegründeten Unternehmens erklärte auf Anfrage, der Modellbau habe während dreier Monate in einen Betrieb im Dorf ausgelagert werden können.

«Parallel wurde in dieser Zeit in einem anderen Fabrikationsbereich unserer Firma mit einem minimal notwendigen Maschinenpark ein Provisorium eingerichtet», so Wössner. Trotz beschränktem Platz habe der Normalbetrieb aber gewährleistet werden können: «Bezüglich unserer Pro­dukte gab es keine Einschränkungen.»

Der Funkenwurf einer Säge

Erfreulich sei, dass die Produktion bereits am Morgen nach dem Brand wieder habe gestartet werden können. Einen Stillstand hatte es nur am Vortag gegeben, weil der Strom aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden musste. Das Feuer war kurz vor Mittag in der Abteilung Modellbau ausgebrochen, da es, nach Angabe der Spezialisten des Dezernats Brände und Explosionen der Kantonspolizei Bern, beim Sägen von mit Metall durchsetztem Holz zu einem Funkenwurf gekommen war.

Die ausgerückten Feuerwehren von Oberburg, Burgdorf und Kirchberg sowie die Berufsfeuerwehr Bern konnten das Feuer am Nachmittag löschen. Zur Höhe des Sachschadens wollte Wössner nichts sagen. Nur so viel: Die Kosten für die Wiederherstellung der Abteilung Modellbau hätten mit den Versicherungsträgern geregelt werden können.

Am 1. November 2017 brach in der Abteilung Modellbau der Giesserei Hegi ein Brand aus; die Produktion stand trotzdem nur kurz still. Foto: Thomas Peter

Der Brand traf die Giesserei Hegi zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Auch darum, weil sich die Abwertung des Schweizer Frankens neben anderen Aspekten positiv auf die damalige Auftragslage ausgewirkt hatte. Und wie beurteilt der Giessereifachingenieur die aktuelle wirtschaftliche Lage seines Unternehmens?

«Die Situation der gesamten schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie ist sehr fragil. Wenn auf der Welt etwas passiert, hat dies sofort Auswirkungen auf die Rohstoffpreise und ebenso auf den Frankenkurs», betont Wössner, der das Traditionsunternehmen 2006 gekauft hatte. Produziert werde zwar mehrheitlich für den Schweizer Markt, die Kunden seien jedoch inter­national tätig, also stark exportorientiert – «unsere Gussteile werden weltweit eingesetzt».

Bekenntnis zum Standort

Selbst wenn das Marktumfeld schwierig sei, halte sein Unternehmen am Produktionsort Oberburg fest, betont CEO André Wössner: «Dass wir an den Standort glauben, äussert sich auch darin, dass wir uns entschieden haben, die Abteilung Modellbau wieder aufzubauen. Wir hätten diese auch auslagern können. Doch der Modellbau gehört zur Kernkompetenz unserer Giesserei, und es war uns wichtig, die Arbeitsplätze in diesem Bereich zu erhalten.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.10.2018, 19:20 Uhr

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