Die Schule knobelt an einer Lösung

Die Gemeinden Langnau, Trub und Trubschachen suchen nach der idealen Lösung für den künftigen Unterricht der 7.- bis 9.-Klässler. Die Bevölkerung ist aufgerufen, Ideen einzubringen.

Wie soll die Oberstufe für die Zukunft fit gemacht werden? Eine Arbeitsgruppe sucht nach Antworten und wollte an einer Veranstaltung in Trubschachen auch die Ideen aus der Bevölkerung kennen lernen.

Wie soll die Oberstufe für die Zukunft fit gemacht werden? Eine Arbeitsgruppe sucht nach Antworten und wollte an einer Veranstaltung in Trubschachen auch die Ideen aus der Bevölkerung kennen lernen. Bild: Daniel Fuchs

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«Durchlässig» soll sie sein, die Schule der Zukunft. Dieses Wort hörten die Eltern, Lehrer und Behördenmitglieder an einer Informationsveranstaltung in der Turnhalle Hasenlehn in Trubschachen immer wieder. Der gleiche Anlass wurde am Tag darauf in Langnau und wird am Donnerstagabend auch in Trub wiederholt. Denn alle drei Gemeinden sind von der Frage betroffen, wie eine «durchlässige» Oberstufe realisiert werden kann.

Heute ist es so, dass die 7.-Klässler, die den Übertritt in die Sekundarschule geschafft haben, nach Langnau wechseln. Durchlässigkeit bedeutet, dass ein Schüler, der den Sekübertritt nicht schafft, aber zum Beispiel im Rechnen besonders stark ist, das Fach auf Sek­niveau besuchen kann. Das fördere die Chancengleichheit, sagte der Trubschacher Schulleiter Walter Guggisberg. Gerade die verstärkte individuelle Förderung sei ein Eckpfeiler des Lehrplans 21, der ab August 2018 schrittweise eingeführt werde.

Nebst den Forderungen des Kantons sind es die schwankenden Schülerzahlen, die den Anstoss gaben, die Zukunft der Oberstufe gemeinsam zu planen. Konkret war es der Gemeinderat von Langnau, der die Schulkommission im Juni 2015 beauftragte, die Vor- und Nachteile einer allfälligen gemeinsamen Oberstufe zu prüfen. Durch die Sekundarschüler davon betroffen, beteiligen sich nun auch Trub und Trubschachen an der Erarbeitung eines gemeinsamen Projekts. Eine breit abgestützte Arbeitsgruppe wurde gegründet. Unter der Leitung des Langnauer Gesamtschulleiters Markus Brandenberger habe diese bereits viermal getagt, sagte der Trubschacher Gemeinderat Stefan Thuner.

Vorgespurt sei gar nichts. Der Auftrag laute, eine Reorganisation «in allen Varianten» zu prüfen. Zu Beginn sei viel von einer gemeinsamen Oberstufe in Langnau gesprochen worden. «Doch das ist Geschichte», sagte Thuner. Es seien mehrere Varianten denkbar. An der Arbeitsgruppe sei es nun, zuhanden der Gemeinderäte einen Bericht zu erstellen, auf dessen Basis die Exe­kutiven ihre Entscheidungen fällen werden.

Teurer? Günstiger?

Im Oktober sollte die Bevölkerung über das Resultat orientiert werden. Doch vorerst ist es an den Bürgerinnen und Bürgern der drei Gemeinden, sich in den Prozess einzubringen. An den Orientierungsanlässen sollten sie sich zu ihren Erwartungen und Befürchtungen äussern und auch eigene Ideen einbringen. In Trubschachen schrieb jemand in der Spalte, in der Ideen gefragt waren, «Fusion». Ansonsten wurden kaum unerwartete Gedanken aufgelistet.

Es hiess etwa, dass sich Trubschachen entleeren werde, wenn in Langnau ein gemeinsames Oberstufenzentrum entstehe. Oder dass diese Variante teuer zu stehen käme, hohe Transportkosten und lange Schulwege mit sich bringen würde. Und dass die Mitsprache der Gemeinden Trub und Trubschachen abnehmen würde. Andere aber meinten, ein Oberstufenzentrum würde tiefere Kosten bedeuten und vor allem der individuellen Förderung dienen.

«Unsere Aufgabe ist es, eine Reorganisation in allen Varianten zu prüfen.»

Stefan Thuner 
Gemeinderat Trubschachen

Am 15. März will die Arbeitsgruppe mit interessierten Eltern einen Workshop durchführen und die bisherigen Erkenntnisse diskutieren. Ziel der Reorganisation müsse eine Lösung sein, mit der die Schule in der Region gestärkt werde, sagte Stefan Thuner. Sie müsse den Schülern einen Mehrwert bieten, organisatorisch längerfristig stabil sein und der Lehrerschaft gute Rahmenbedingungen gewähren. Gleichzeitig müsse die Lösung für die Gemeinden «attraktiv und finanziell tragbar» sein.

«Wenn es die optimale Lösung zu einem vernünftigen Preis nicht gibt, werden wir es bei der heutigen belassen», sagte Trubschachens Gemeindepräsident Beat Fuhrer, der in Trub als Schulleiter arbeitet. Er meinte: «Das heutige System funktioniert.»


In der Arbeitsgruppe wirken mit: Rosmarie Fankhauser, Cornelia Fankhauser und Matthias Pfister aus Trub, Stefan Thuner, Rita Bieri, Walter Guggisberg, Verena Rüfenacht aus Trubschachen, Renate Strahm, Jacqueline Koeninger, Markus Brandenberger, Andreas Reber, Karin Jufer aus Langnau und Heiner Schmid, Berater PH Bern.
(Berner Zeitung)

Erstellt: 18.01.2017, 20:22 Uhr

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