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Die Rinde muss im Wasser stehen

Seit 24 Jahren verkaufen Ernst und Madlen Sommer Weihnachtsbäume. Auch wer schon jetzt ein Tännchen kauft, muss an Weihnachten nicht mit Nadelrieseln rechnen. Vorausgesetzt, er hat den Baum richtig gelagert.

Madlen und Ernst Sommer haben den Dreh raus. Jährlich verkaufen sie rund 900 Tannenbäume. Foto: Nicole Philipp
Madlen und Ernst Sommer haben den Dreh raus. Jährlich verkaufen sie rund 900 Tannenbäume. Foto: Nicole Philipp

Seit Tagen schon stehen vielerorts Weihnachtsbäume zum Verkauf. Manche Leute zögern, jetzt schon zuzugreifen. Doch wer den Baum richtig lagert, muss an Heiligabend nicht mit einem Nadelrieseln rechnen. «An einem schattigen Plätzchen mit genügend Wasser bleibt er gut vier Wochen frisch», sagt Ernst Sommer. Er empfiehlt, den Christbaum draussen in einen mit Wasser gefüllten Eimer zu stellen.

Ganz wichtig: Die Rinde muss im Wasser sein. «Der Baum nimmt über die Rinde Flüssigkeit auf. Deshalb den Stamm bitte nicht anspitzen», so Sommer. Auch später, in der guten Stube, erhöhe ein mit Wasser gefüllter Baumhalter die Lebensdauer des Christbaumes, sagt der Fachmann und gibt einen Tipp, um die Frische festzustellen. «Mit dem Fingernagel an der Rinde kratzen. Kommt Grün zum Vorschein, ist das ein gutes Zeichen. Braune Farbe hingegen bedeute, dass der Baum vertrocknet sei.

800 bis 900 Bäumchen pro Jahr

Bei Ernst Sommer können sich die Kunden den Test sparen, seine Bäume sind frisch. Diese werden bei zunehmenden Mond geschlagen, dies, weil sie so die Nadeln besser halten. Seit gut 24 Jahren verkauft er während der Adventszeit Weihnachtsbäume ab Hof. Daneben betreibt er Ackerbau und hält Legehennen. Der landwirtschaftliche Betrieb, den er mit seiner Frau Madlen bewirtschaftet, steht mitten in Sumiswald.

Jeweils Ende November räumt das Ehepaar das Tenn aus, stellt kleine Verkaufsstände auf. Im Angebot hat es Honig, verschiedene gebrannte Wasser und kunstvolle Heimarbeiten. Auch Glühwein wird ausgeschenkt. Öffnungszeiten für den Baumverkauf gibt es keine. «Jemand von uns zweien ist immer da.» Gelegentlich helfen auch Tochter und Schwiegersohn mit. 800 bis 900 Weihnachtsbäume verkaufen Sommers in der Adventszeit. Die meisten Kunden stammen aus der Region.

Gefragte Nordmanntanne

Die Baumpflege und der Verkauf machen rund ein Drittel der Betriebsarbeit aus. Auf insgesamt 1 Hektare, verteilt in Hasle, Uetigen und Sumiswald, haben Sommers Christbaumkulturen. Die grösste Nachfrage gelte in den letzten Jahren der Nordmanntanne. «Eigentlich sollte ich sagen, die Rottanne sei voll im Trend», sagt Ernst Sommer und lacht. Denn derzeit hätte er noch etliche auf den Feldern, dies, weil die Bäume frühstens fünf Jahre nach der Pflanzung geerntet werden. Zudem machten Frost und Hagel die Planung auch nicht einfacher, so seien nicht immer alle Grössen der verschiedenen Sorten verfügbar. Und in diesem Frühjahr seien sogar alle Korktannen erfroren.

Wenn die Kerzen erloschen, die Päckli verteilt sind, empfiehlt Ernst Sommer, das ausgediente Tännchen den Vögeln als Futterbaum hinzustellen.

Deshalb gibts keine Korktannen, aber dennoch hat es spezielle Sorten im Sortiment. Als Beispiel nennt Sommer die Blaufichte. Diese punktet mit ihrem silberfarbenen Nadelkleid und intensivem Geruch. Doch aufgepasst, zum Anfassen sind Handschuhe empfohlen, die Nadeln stechen. Nicht stachelig ist der «Blaue Pfiff». Dieser verliert praktisch keine Nadeln, und die Äste sind versetzt. Gerade die Anordnung der Äste sei vielen Leuten wegen der Anbringung der Kerzen wichtig. Sommers wissen, dass rund zwei Drittel der Kunden wegen der Brandgefahr den Baum mit Elektrokerzen schmücken. «Gut zu wissen, dass nur vertrocknete Bäume brennen», fügt Ernst Sommer hinzu.

Und was ist, wenn die Kerzen erloschen, die Päckli verteilt sind? Dann empfiehlt der Landwirt, das ausgediente Tännchen den Vögeln als Futterbaum hinzustellen. Eine Alternative ist die Grünabfuhr. «Einige Kunden bringen uns nach den Festtagen die Bäume zurück», sagt Ernst Sommer, der diese trocknen lässt und später zur Wärmegewinnung nutzt.

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