Emmental

Die Rede von der Marketingmillion

EmmentalDie Digitalisierung hilft kleinen Tourismusregionen, diese sollen kooperieren aber auch eigenständig agieren können.

Der Solothurner Tourismusdirektor spricht von nüchterner Bilanz.

Der Solothurner Tourismusdirektor spricht von nüchterner Bilanz. Bild: Bruno Petroni

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Nach sieben Jahren als Teil der Tourismusregion Jura und Drei-Seen-Land fällt die Bilanz aus der Optik von Region Solothurn Tourismus nüchtern aus. «Die Logiernächtezahlen haben sich seitwärts bewegt, das Marketingbudget ist noch immer dasselbe, aus der gemeinsamen Kultur ist nicht viel geworden», fasste Jürgen Hofer als Solothurner Tourismusdirektor zusammen.

Dafür sei eine ungenügende Gewaltentrennung verantwortlich, erklärte Hofer, und im Publikum nickten einige: Die Politik habe sich ins operative Geschäft eingemischt. Zudem seien kleine und grosse Player innerhalb der Destination nicht auf Augenhöhe, «weil auch hier gilt: Wer zahlt, befiehlt». Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Emmentaler Tourismusgipfels hängen gebannt an Hofers Lippen.

Nichtsdestotrotz hat sich die Region Solothurn touristisch gut entwickelt, weil sie unabhängig funktioniert: Die Wertschöpfung lag 2017 brutto bei 280 Millionen Franken bei 6,2 Millionen Frequenzen von Gästen, wobei jeder Fünfte (1,15 Millionen) übernachtet hat.

Eigenständig kooperieren

Exemplarisch erzählt Hofer, weshalb dies so ist: auch weil sich die Zeiten zugunsten der kleineren Regionen und Player geändert haben. Google oder Booking.com, überhaupt das Internet hat alle etwas gleicher gemacht: Neue Absatzkanäle haben sich aufgetan und kleine Anbieter mit bescheidenem Budget näher an jene gebracht, die ihr Marketing mit grossen Beträgen voranbringen.

Als Touristiker plädierte er sowohl für Eigenständigkeit als auch für Kooperationen: Auf grosse Strukturübungen zu verzichten, empfahl er, auf Augenhöhe und auf Zeit zu kooperieren «Die Marketingmillion hat sich relativiert», bestätigte Konrad Gerster Hofers Aussagen. Innovative Angebote und Leistungsträger seien notwendig, um eine Destination voranzubringen. «Eine Bevölkerung, die das trägt, das wünsche ich mir.» (cd)

Erstellt: 09.11.2018, 08:52 Uhr

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