Die Offiziere zeigen sich grosszügig

Langnau

Jetzt haben die aktiven Rösseler freie Bahn, die alte Reithalle zu verkaufen und sich im neuen Gebäude in Schüpbach einzukaufen. Die Offiziersgesellschaft zieht sich ohne weitere Forderungen ­zurück.

Hürde genommen: Der Erlös aus dem Verkauf der Reithalle an der Sägestrasse soll nun voll und ganz in die Kasse des neuen Reitvereins fliessen.<p class='credit'>(Bild: Marcel Bieri)</p>

Hürde genommen: Der Erlös aus dem Verkauf der Reithalle an der Sägestrasse soll nun voll und ganz in die Kasse des neuen Reitvereins fliessen.

(Bild: Marcel Bieri)

Diskussionslos ging das Geschäft nicht über die Bühne. Von einer «eingehenden Debatte» schreibt die Offiziersgesellschaft Langnau in ihrer Medienmitteilung zur ausserordentlichen Hauptversammlung.

Schliesslich kamen die Mitglieder aber doch zu einem eindeutigen Entscheid: «Mit klarem Mehr» hätten die Anwesenden beschlossen, per sofort aus der Reithallengesellschaft auszutreten.«Mit diesem Schritt soll der Weg für die Fusion der Reithallengesellschaft mit dem Oberemmentalischen Reitverein Langnau geebnet werden», heisst es weiter.

Diese Fusion schafft überhaupt erst die Voraussetzung dafür, dass sich die aktiven Rösseler in Schüpbach einkaufen können. Im Hübelischachen wollen sie im Stockwerkeigentum einen Teil der Reit- und Markthalle erwerben. Und in diesem Zusammenhang werden sie die alte Reithalle in Langnau verkaufen.

Mehr als 80 Jahre verbandelt

Die angesprochene Diskussion drehte sich um die Frage, zu welchem Preis sich die Offiziersgesellschaft aus der Zusammenarbeit mit dem Oberemmen­talischen Reitverein Langnau ­zurückziehen soll.

Denn seit über 80 Jahren sind die beiden Organisationen miteinander verbandelt: Im Jahr 1933 initiierte der damalige Offiziersverein als Trägerschaft den Bau der Reithalle auf der Sägematte in Langnau. Er sorgte ebenfalls massgeblich für die Finanzierung.

Die Reithalle wurde dann 1934 eingeweiht und diente den Offizieren für die obligatorischen Reitübungen. Gleichzeitig stand sie aber auch den Reitern aus der Region zur Verfügung. Betrieben wurde sie von der neu gegründeten Reithallengenossenschaft, die sich heute -gesellschaft nennt. Das Grundstück wurde ihr von der damaligen Kriegsmaterialverwaltung vorerst überlassen und 2004 dann endgültig geschenkt.

«Deshalb schenkt die Offiziersgesellschaft ihre Anteilscheine den Rechtsnachfolgern und verzichtet auf jegliche Forderungen.»Aus der Medienmitteilung

Die Offiziersgesellschaft hielt seit der Gründerzeit rund ein Drittel der Anteilscheine der Reithallengesellschaft. Es gab nun Mitglieder, die an der Hauptversammlung die Meinung vertraten, die Offiziersgesellschaft müsse teilhaben können am Erlös der Reithalle.

Doch die Mehrheit entschied, dass das Geld vollumfänglich in die Kasse des neuen Reitvereins fliessen solle. «Deshalb schenkt die Offiziersgesellschaft ihre Anteilscheine an die Rechtsnachfolger und verzichtet auf jegliche Forderungen», steht in der Mitteilung.

«Mut zu Neuem»

Den anwesenden Mitgliedern sei wichtig, dass das Projekt Hübelischachen realisiert werden könne. Dieses beinhaltet auch, dass die Landwirte die Markthalle neben dem Ilfisstadion aufgeben und ihr Vieh künftig in Schüpbach präsentieren.

Dies mit dem Ziel, dass in Langnau neben dem Stadion ein zweites Eisfeld gebaut werden kann. In diversen Voten hätten Mitglieder der Offiziersgesellschaft die überregionale Bedeutung des Vorhabens betont. «Es zeige Mut zu Neuem und habe deshalb die bedingungslose Unterstützung verdient.»

pd/sgs

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