Die nächste Kehrtwende im Schloss

Sumiswald

Der Gemeinderat sucht nun doch keinen temporären Mieter fürs Schloss. Die Gemeinde will das historische Gebäude nun selber nutzen und die Verwaltung dort unterbringen.

Einsam und stolz steht das Schloss Sumiswald hoch über dem Dorf. Seit dem Auszug des Alterszentrums steht es leer.

Einsam und stolz steht das Schloss Sumiswald hoch über dem Dorf. Seit dem Auszug des Alterszentrums steht es leer.

(Bild: Hans Wüthrich)

Philippe Müller

Das Hin und Her geht weiter: In den letzten Jahren sind immer wieder neue Ideen aufgetaucht, wie man das Schloss Sumiswald nach dem Auszug des Alterszentrums neu beleben könnte. Im ­Fokus stand bis heute stets die ­Vision, auf dem Schlossberg ein nationales Musik- und Begegnungszentrum zu installieren. Der eigens dafür gegründete Verein, dem Gemeindepräsident Christian Waber vorsteht, führte mehrere Gespräche mit dem Bundesamt für Kultur.

Weil es mit dem Projekt jedoch nur harzig voranging, machte sich die Gemeinde Gedanken über Zwischennutzungen. Eine Lösung schien gefunden, als das Forum Sumiswald konkretes Interesse bekundete, das Schloss für Seminare und ähnliches nutzen zu wollen. Nach dem überraschenden Rückzieher des Forums vor einem halben Jahr war kurz die Rede davon, der Kantone wolle im Schloss ein Asylzentrum einrichten. Der Gemeinderat wollte davon nichts wissen und schrieb das Schloss kurzerhand öffentlich zur Miete aus.

Asylzentrum zum Zweiten

Mehr als 20 Interessenten meldeten sich auf das Inserat. Mit einzelnen potenziellen Mietern führte die Gemeinde Besichtigungen durch. Wie nun klar wird, war darunter auch der Kanton: Weil sich die Flüchtlingskrise seit Ende Jahr erneut verschärft hat, kam er auf seine Idee vom letzten Spätherbst zurück und nahm die Pläne für eine Asylunterkunft wieder aus der Schublade. Die Gemeinde Sumiswald bestätigt in einer Medienmitteilung, dass in den letzten Wochen zwischen ­Gemeinde und Kanton «detaillierte Nachverhandlungen» stattgefunden hätten. Gleichzeitig habe der Gemeinderat in einer ausserordentlichen die Zukunft des Schlosses noch einmal diskutiert.

Verwaltung und Wohnungen

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, blieben am Ende drei Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Suche nach einem Käufer oder Mieter
  • Eröffnung eines Asylzentrums
  • Eigennutzung durch die Gemeinde Sumiswald

Der Rat hat sich für die dritte Variante entschieden und will die Gemeindeverwaltung ins Schloss verlegen. Dazu sollen kantonale und private Institutionen kommen. Die ehemalige Betriebsleiterwohnung im Erdgeschoss soll als Dienstwohnung genutzt, und im vierten Stock könnten nach der Vorstellung des Gemeinderates «zwei schöne Wohnungen» eingebaut werden.

Musikschloss vor dem Aus

Das Projekt Musikschloss scheint damit beerdigt. Der Gemeinderat schreibt, dass das Interesse und die Unterstützung durch den Bund ausgeblieben seien. Der Gemeinderat will sein Projekt anlässlich einer Begehung vor Ort am Samstag, 4. Juni von 10 bis 15 Uhr der Bevölkerung vorstellen.

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