Die Metamorphose des Steinhofs

Burgdorf

Das Quartier Steinhof in Burgdorf ist im Wandel: neue Wohnungen, neuer Bahnhof, neue Läden. Es stehen so ei­nige ­ Bau­pro­jekte an.

Geschäfte im Erdgeschoss sollen die Passanten anlocken. Zwischen Zähringerstrasse, Bahngleisen und Bernstrasse liegen die Neubauten.

Geschäfte im Erdgeschoss sollen die Passanten anlocken. Zwischen Zähringerstrasse, Bahngleisen und Bernstrasse liegen die Neubauten.

(Bild: zvg)

Einiges wird sich in den nächsten Jahren im Quartier Steinhof bewegen. Erst einmal wird der Bahnhof wandern. Und zwar 250 Meter weiter Richtung Oberburg. Etwa auf selber Höhe wie das Bildungszentrum Emme wird er voraussichtlich im Dezember 2020 in Betrieb genommen. Grund dafür ist die heutige eingeklemmte Lage zwischen den Bahnübergängen. So bleibt kaum Kapazität für eine geplante Perronverlängerung oder bauliche Massnahmen, damit der Bahnhof rollstuhlgängig gemacht werden kann.

Keine Brache

Ist erst einmal die neue Haltestelle im Einsatz, wird das heutige Bahnhofgebäude abgebrochen, und gewisse Gleisanlagen werden zurückgebaut. Die frei werdende Fläche soll danach aber nicht ­einfach brachliegen. Gestern haben die Stadt, Grundeigentümer und Architekten über das Projekt Q 34 informiert.

Auf dem Areal zwischen Zähringerstrasse, Bernstrasse und Bahngleisen sollen vier Neubauten Raum für rund 100 Wohnungen und Gewerbefläche bieten. Die Wohnungen werden im Besitz der Landeigentümer sein und grösstenteils vermietet werden: 51 gehören der BLS Immobilien AG, rund 35 der Bonainvest AG. 15 Eigentumswohnungen gehören der Selvam GmbH, die auch einen Mietautoservice betreibt.

Ein kleiner Anteil soll als Gewerbefläche genutzt werden. Und zwar das Erdgeschoss der beiden Gebäude, die Richtung Zähringerstrasse liegen. Denn hier würden viele Passanten vorbeikommen, sagt Michael Häusler vom Architekturbüro Team K. Auch die Wege zwischen den Neubauten sollen öffentlich zugänglich sein. «Das Areal ist ein Verknüpfungspunkt zwischen den Quartieren», so Häusler.

Die Siedlung zeichnet sich durch markante Gebäude aus. So soll eines gar sechs Geschosse hoch werden. «Das braucht eine entsprechende Anpassung der Überbauungsordnung», sagt Baudirektor Peter Hänsenberger. Bislang kann auf dem Areal ZPP Steinhof nämlich nur fünfgeschossig gebaut werden.

Wo Neues entsteht, muss jedoch Altes weichen. So auch die Stiftung Intact, die derzeit den ehemaligen Wartsaal des Bahnhofs Steinhof nutzt. Das Restaurant vereint Arbeitsintegration und Quartiertreff. In einem der Gebäude könnte sich Intact einmieten, meint Architekt Häusler. Definitiv sei aber noch nicht verhandelt worden. Ebenso wird der Kulturschopf wegziehen oder sich neu einmieten müssen.

Nebst dem Projekt Q 34 und der Verschiebung des Bahnhofs stehen im Quartier Steinhof weitere Projekte an: Verkehrsberuhigungsmassnahmen an der Zähringerstrasse sind geplant. Wann diese genau realisiert werden, scheint noch offen. «Wir sind bei der Umsetzung zeitlich flexibel», sagt Peter Hänsenberger. So würden die verschiedenen Bauarbeiten aneinander vorbeikommen.

Wird denn die Zähringerstrasse mit den Neubauten nicht noch mehr befahren sein? «Das Quartier soll möglichst wenig mit Verkehr belastet werden», sagt Architekt Fabian Vögeli. So ist als Zubringer in erster Linie die Bernstrasse vorgesehen. Zudem wird es entlang der Bahnlinie eine Park-and-Ride-Zone geben. «Gewendet wird auf der Parzelle selbst und nicht im Quartier», hält Vögeli fest.

Sportlicher Zeitplan

Ein weiteres Bauprojekt ist die Siedlung Hofgut mit 50 Wohnungen. Die Arbeiten gegenüber der BZ Emme sind bereits am Laufen. Die Wohnungen werden teilweise im November 2018 und in zweiter Etappe im März 2019 bezugsbereit sein. Ein knappes Jahr später ist dann der Bau des Projekts Q 34 vorgesehen, und im Januar 2023 soll er abgeschlossen werden. «Das ist sportlich, aber machbar», ist Jürg Gerster von der BLS Immobilien AG überzeugt. Es ist also einiges los im Quartier Steinhof. Und ganz ohne Lärm wird die Metamorphose wohl nicht vonstattengehen.

Berner Zeitung

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